©Hajime Isayama, Kodansha/”ATTACK ON TITAN” Production Committee. All Rights Reserved.

Mit der »Final Season« kehren Eren Jäger und seine Kameraden ein letztes Mal auf die TV-Bildschirme zurück – doch für das Fantasy-Epos »Attack on Titan« steht eine gravierende Veränderung an. Wir haben die bisherigen Infos zur letzten Staffel analysiert und verraten euch, ob Skepsis berechtigt ist!

Knapp ein Jahr nachdem der japanische Anime-Publisher Pony Canyon ankündigte, den Fantasy-Hit »Attack on Titan« mit einer vierten und letzten Staffel zu Ende zu bringen, machte ein erster Trailer zur »Final Season« im Internet die Runde.

Wie von der Adaption des Erfolgs-Mangas gewohnt, zeigt das Video epische Schlachten, schicksalhafte Momente und emotionale Gefühlsausbrüche. Doch ausgerechnet auf der Zielgeraden steht dem Anime eine markerschütternde Änderung bevor: Das Studio Wit gibt erstmals seine Position als Produzent der Serie ab und überreicht die Staffel an die »Dororo«-Schmiede MAPPA.
Damit sind nicht alle glücklich, wie eine von Nino über Twitter durchgeführte Umfrage bestätigt:

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Ob sich »Attack on Titan«-Fans trotzdem auf das Finale der Story freuen dürfen und warum der Trailer nur wenig auf die Qualität des Animes schließen lässt, erfahrt ihr jetzt!

Achtung! Der folgende Artikel ist lediglich eine subjektive Analyse und spiegelt die Vermutungen des Autors, basierend auf Erfahrungen mit den entsprechenden Firmen und Personen, wieder.
Es gibt keine Garantie, dass die im Artikel aufgestellten Hypothesen sich vollständig bewahrheiten!


Der erste Trailer

Schauen wir uns zunächst das erste Stück Material an, das Pony Canyon zur neuen Staffel veröffentlicht hat: Der am 29. Mai 2020 über Youtube veröffentlichte Trailer.
Der Clip beinhaltet in etwas über zwei Minuten verschiedene Schlüsselszenen aus etwa der Hälfte der verbleibenden Mangakapitel (Vorsicht vor Spoilern!) und lässt darauf hoffen, dass in der neuen Staffel alles so bleibt, wie gewohnt:
Detaillierte Standbilder erscheinen Hand in Hand mit hochwertigen Sakuga-Animationen und auch der Zeichenstil ähnelt bis auf einige Details dem der Vorgängerstaffeln.

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Wer jetzt kurz davor ist, in Jubelstürme auszubrechen, sollte sich zügeln, denn bei den im Trailer gezeigten Szenen handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um fertiges Material aus der Serie. Stattdessen wurde Shuhei Yabuta, seines Zeichens Regisseur von »Vinland Saga« und 3D-Director der vorherigen »AoT«-Staffeln, mit der Produktion des Trailers beauftragt und fertigte die Shots extra für diesen an.
Zwar ist es naheliegend, dass diese auch im Endprodukt verarbeitet werden, jedoch ist der Trailer dennoch kein eindeutiges Indiz für die Produktionsqualität – sondern höchstens ein Indikator.

Die ersten Reaktionen auf den Trailer fielen positiv aus – doch dieser ist wahrscheinlich nicht repräsentativ für das Gesamtergebnis. | ©諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Positiv darf man das Ganze trotzdem sehen, denn die Tonalität und Inszenierung des Clips lassen darauf hoffen, dass man bei der Präsentation der Serie keine Experimente eingeht und die Atmosphäre der Welt nach Möglichkeit unangetastet lässt.


Das Studio MAPPA

© Mappa

Wer mit der Welt der japanischen Produktionsfirmen nicht allzu sehr vertraut ist, könnte bislang noch nicht über den Namen »MAPPA« gestolpert sein, daher hier ein kurzer Abriss ihrer knapp neunjährigen Unternehmensgeschichte:
2011 von Madhouse-Produzent Masao Maruyama gegründet, brachte das Studio recht früh Fan-Favoriten wie »Terror in Tokio« oder »Teekyuu« hervor, bis 2016 mit »Yuri on Ice!!« schließlich der absolute Durchbruch gelang.

Unter Fans stand MAPPAs Name von Anfang an für eine Qualitätsschmiede, in der sich große Namen und Jungtalente versammeln, um jedem Projekt wie beispielsweise dem oben erwähnten »Terror in Tokio« (inszeniert von »Cowboy Bebop«-Schöpfer Shinichiro Watanabe) oder »Kakegurui« einen individuellen, unverkennbaren und oft etwas experimentellen Style zu verpassen.

Dank eines kleinen Kernteams, extrem engen Zeitplänen und dem damit verbundenen Zwang zum Outsourcing ist MAPPA nicht als das animationsstärkste Studio bekannt, weiß seinen Mangel an Bewegung aber oft mit detaillierten und ästhetischen Standbildern zu kaschieren.

»Kakegurui« besticht in erster Linie durch (wortwörtlich) wahnsinnig gute Zeichnungen ohne viel Bewegung. | © 河本ほむら・尚村透/SQUARE ENIX・「賭ケグルイ」製作委員会

Um den Kreis zur Titanensaga zu schließen: Genau dasselbe trifft auch auf Studio Wit zu, das dank chaotischen Managements in der ersten »Attack on Titan«-Staffel knapp ein Viertel der Serie an Studio Daume (»Shiki«) outsourcen musste.
Trotzdem schafften es die Macher, dank durchpolierter Standbilder und gelegentlicher Sakuga-Einlagen von Star-Animatoren eine großartige Optik aufrecht zu erhalten.

Diese Eigenschaft hat sich auch MAPPA zu eigen gemacht, sodass sich das Studio als ein würdiger Nachfolger erweisen und Fans eine ähnliche Qualität wie bisher erwarten sollte. Sicherlich wäre es erfreulicher gewesen, wenn ein Animations-Kraftwerk wie Ufotable oder Clover Works den Anime übernommen hätte.
Doch Zugehörigkeiten, Kontakte und freie Terminpläne sind ein nicht unwichtiger Faktor in der Anime-Branche, sodass MAPPA eventuell die beste Wahl war, die Publisher Pony Canyon zur Verfügung stand und angesichts der massiven Popularität des Franchises vielleicht mit besseren Konditionen für die Produktion gesegnet wurde als üblicherweise.

Die Arbeitsweise von MAPPA unterscheidet sich nicht völlig von Studio Wit. Damit ist die Schmiede ein würdiger Nachfolger. | ©Hajime Isayama, Kodansha/”ATTACK ON TITAN” Production Committee. All Rights Reserved.

Entscheidender Faktor für die Qualität eines Animes ist jedoch nicht zuletzt das Produktionsteam, doch kann dieses mit den Künstlern der bisherigen Seasons mithalten?


Das neue Team

©諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Während die gewohnten Synchronsprecher für die »Final Season« noch ein letztes Mal vor die Mikrofone zurückkehren, sieht es hinter den Kulissen völlig anders aus: Fast das komplette Produktionsteam wurde ausgewechselt, nur Drehbuchautor Hiroshi Seko ist aus dem alten Stab vom Studio Wit noch übrig geblieben.

Das sollte für eine gewohnte Erzählweise sprechen, doch was die künstlerische Gestaltung angeht, sollten sich Fans besser auf einige Veränderungen gefasst machen:
Mit massiver Theatralik, großen Bildern und ein wenig Kitsch ist der Stil vom bisherigen (Chef-)Regisseur Tetsuro Araki unverkennbar.
Sein Nachfolger Yuichiro Hayashi hat sich in der Vergangenheit als extrem wandlungsfähig erwiesen und brachte mit »Kakegurui« und »Dorohedoro« zwei tonal völlig unterschiedliche, aber ebenfalls brachiale Serien auf den Bildschirm, sollte Arakis laute Art also angemessen nachahmen können.

Auch in Staffel 4 dürften Fans auf große Bilder hoffen können. | ©Hajime Isayama, Kodansha/”ATTACK ON TITAN” Production Committee. All Rights Reserved.

Wit-Regisseur Masashi Koizuka, der ab der zweiten Staffel die Hauptinszenierung übernahm und die epische Durchschlagskraft der Erzählung durch kleine Nuancen ergänzte, ist dagegen weniger einfach zu ersetzen.
So wird sich »The Final Season« vermutlich ähnlich wie bisher anfühlen – aber sich trotzdem deutlich von seinen Vorgängern unterscheiden.

Anders sieht es bei der Optik aus, denn zwar lässt der Trailer darauf hoffen, dass der bisherige Artstyle aufrecht erhalten wird, allerdings ist Yabuta mit den gewohnten Charakterdesigns vermutlich deutlich vertrauter als das Team von MAPPA, sodass hier vermutlich einige Änderungen anstehen.
Denn es erwartet uns ein neues Design von Tomohiro Kishi, das sich bereits im Trailer leicht von der bisherigen Variante unterscheidet.
Dazu sollte »Zombie Land Saga«-Art Director Kazuo Ogura trotz aller Bemühungen, den Stil aufrecht zu erhalten, seinen »glänzenden« Touch nicht völlig zurückhalten können.

Was Animation angeht, besteht Hoffnung, dass Produzent Masato Matsunaga ähnlich wie in »Dororo« ein potentes Team versammeln kann, um die Schlüsselszenen der Staffel angemessen in Szene zu setzen.


Fazit – ist Vorfreude angebracht?

©諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Eine klare Antwort lässt sich auf diese Frage zum aktuellen Zeitpunkt (noch) nicht formulieren und wird wohl auch noch einige Zeit auf sich warten lassen.
Fakt ist, dass der veröffentlichte Trailer, trotz dass Marketing-Strategen genau das vorgaukeln möchten, diese nicht liefern kann, sondern nur eine grobe (wenn auch erfreuliche) Tendenz vorgibt.

Bei dem gewählten Stab im Studio MAPPA handelt es sich um talentierte Leute, die unter den richtigen Voraussetzungen ziemlich sicher einen großartigen Anime auf die Beine stellen werden.
Ob man damit das Triple-A-Niveau von Namen wie Tetsuro Araki oder Arifumi Imai erreichen wird, lässt sich derzeit ohne Blick in die Kristallkugel nicht klar beantworten.

Trotz aller Ungewissheiten steht wahrscheinlich ein guter Anime vor. | ©諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Das Potenzial besteht auf jeden Fall, sodass ich persönlich jedem Fan zu vorsichtiger Vorfreude raten würde.
Die Zeichen stehen gut, dass die Staffel bei ihrem von Oktober 2020 auf unbestimmte Zeit verschobenem Release keine Entgleisung a lá »One-Punch Man 2« oder »The Seven Deadly Sins: Wrath of the Gods« wird.
Wie gut sich die Season dann tatsächlich gestaltet, steht jedoch leider noch in den Sternen über Japans Animatorenhimmel …


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Jetzt seid ihr gefragt!

Was ist eure Vermutung, wie die Qualität der letzten »Attack on Titan«-Staffel ausfallen wird? Und bei welchem Studio hättet ihr das Projekt gerne gesehen?

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Railgun

Eine Sache Clover Works auf eine Stufe mit ufotable zu setzen ist echt nicht das wahre. Clover Works Titel hängen wie A-1 Pictures Titel eher vom Glück wer an die Titel gesetzt wird. So kann etwas wie FGO Babylonia mit seinen großartigen Animationen entstehen oder halt auch eher unterdurchschnittliches wie die Persona 5 Adaption oder ein letzten Endes Produktions Desaster wie Darling in the Franxx, bei dem nicht einmal die Story ordentlich zu Ende geschrieben werden konnte entstehen. Oder der aktuell Pausierte The Millionaire Detective der zwar tolle Chara Designs hat aber Animationstechnisch fast das pure Gegenteil zu FGO darstellt mit all den Standbildern.
Ernsthaft Clover Works mit einem (Steuernhinterziehenden) Powerhouse wie ufotable gleich zu setzen ist wirklich nicht sehr passend.
Will mit so Kommentaren ja echt nicht nerven aber kann halt bei so über Positiven darstellungen von A-1 od. Clover Works nicht still bleiben, einfach weil es dort schlicht und einfach Glück braucht (wie bei Kaguya-sama) oder der extreme Wille des Produzenten ein starkes Team zusammen zu Setzen bzw die Connections hat diese zusammen zu bringen (wie bei FGO), dabei handelt sich aber halt um kein Standart^^

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