©Hajime Isayama, Kodansha/”ATTACK ON TITAN” Production Committee. All Rights Reserved.

Sieben Jahre Titanengemetzel werden in dieser Season mit »Attack on Titan Final« zu ihrem Ende geführt, und sieben Jahre lang waren die ganze Anime-Community begeistert vom Überlebenskampf des kleinen, abgeschlossenen Gebiets mitten in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt gegen die menschenfressenden Riesen und dem Geheimnis hinter ihren Motiven. Wie hat sich das neue Studio in der ersten Episode geschlagen? Das haben wir herausgefunden!

Sonntag, halb 7 am Abend, gefühlt das halbe Land war bereit, auf den großen, roten »Abspielen«-Knopf bei Wakanim zu klicken – Zeit, dass es mit der vierten Staffel von »Attack on Titan« endlich losgeht! Doch mit diesem gigantischen Ansturm konnte nicht einmal der Streaming-Anbieter rechnen und die Server waren einige Zeit lahmgelegt – nur wenige Leute hatten die Chance, die erste Episode ohne Ruckelei genießen zu können.

Der Neugier der Fans hatte auch seinen Grund: Ewig wurde über das tatsächliche Startdatum der Serie hin- und herspekuliert, der Studiowechsel von Wit zu MAPPA hat viele Leute skeptisch gemacht, und nicht zuletzt war auch der »Attack on Titan«-Hype an dem Ansturm schuld, der die Serie schon seit ihrer ersten Staffel aus der Spring Season 2013 verfolgt. Erens Rache-Story hat sich seit Episode 1 in unsere Herzen eingebrannt – wird die Vorfreude jedoch auch der tatsächlichen Qualität der neuen Staffel gerecht? Wir haben es uns angesehen!

Attack on Titan 04: Das müsst ihr für das große Finale wissen!

Titel: Attack on Titan Final
Art: Serie
Start: 06. Dezember 2020
Episoden: 16 (?)
Genre:
Action, Abenteuer, Fantasy, Drama
Studio: MAPPA (»Jujutsu Kaisen«, »Yuri!!! on Ice«)
Regisseur: Yuuichirou Hayashi (»Dorohedoro«)
Vorlage: Manga von Hajime Isayama
Simulcaster: Wakanim
Trailer: Hier anschauen


Wo kann ich den Anime schauen?

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Während die ersten drei Staffeln von »Attack on Titan« bei Anime on Demand sowohl mit deutscher Sprachausgabe als auch auf Japanisch mit deutschen Untertiteln zur Verfügung stehen, hat sich der Streaming-Anbieter Wakanim die vierte Staffel exklusiv für den Simulcast gesichert.

Jeden Sonntag um exakt 18:34 Uhr könnt ihr mit einem Abo, das sich »Wakanim VIP« nennt und monatlich 5,00 Euro kostet, eine neue Folge der Serie genießen; zwei Stunden später sind die Episoden gegen Wakanim-Credits sogar als Download verfügbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Serien auf der Plattform wird »Attack on Titan Final« allerdings nicht eine Woche später kostenlos mit Werbeunterbrechungen verfügbar sein.


Was bisher geschah!

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Voller Mut, Zuversicht und mit einem ausgeklügelten Plan zogen Eren, Mikasa, Armin und der ganze Aufklärungstrupp in ihre große Schlacht, um die Titanen aus dem Shiganshina-Distrikt zu vertreiben und dort bei Mauer Maria endgültig sicherzustellen, dass es keines der Monster je mehr in ihre geliebten Ländereien schaffen wird. Nach einem erbitterten Kampf gegen unzählige der menschenfressenden Riesen und dem Sieg über den gefürchteten Biest-Titanen konnte der Trupp sein Ziel erreichen – Mauer Maria ist geschlossen und der Shiganshina-Distrikt ist endlich wieder vor den Titanen sicher!

Doch der Sieg forderte auch seine Opfer. Der Biest-Titan und Reiner konnten fliehen, der Aufklärungstrupp zählt nur noch neun Mitglieder und hinter den Mauern wurde ein schier unendlich großer Salzsee entdeckt, der sagenumwobene Ozean. Allem voran stehen allerdings die Antworten, die in Erens Keller gefunden wurden: Ihr wahrer Feind war niemals die Bedrohung durch die Titanen, sondern ein ganzes Komplott jenseits des Ozeans, die ein ganzes Stück mehr über die gigantischen Ungeheuer wissen und geheime Pläne gegen die Bewohner hinter den Mauern schmieden …


Inhalt der ersten Episode

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Nach einem so spektakulären Kampf, der Entdeckung des legendären Ozeans und all den Antworten zum wahren Hintergrund der Titanen versucht die erste Episode der finalen Staffel gar nicht erst, die Spannung der dritten Staffel zu übertrumpfen, sondern begrüßt uns mit einem Timeskip – vier Jahre in der Zukunft, um genau zu sein. Erstmals befinden wir uns nicht auf der Insel Paradis, wo sich die uns bisher bekannte Menschheit hinter den gigantischen Steinmauern verschanzt, sondern auf dem Festland, an der vordersten Front in einem Krieg zwischen der Militärnation Marley und der Allianz des Mittleren Ostens.

Mangels Informationen über diesen Timeskip und dieses fremde Land konnte allerdings leider auch »Attack on Titan Final« nicht vor einem nicht-so-eleganten Story-Element zurückschrecken: Mit langwieriger Exposition, minutenlanger Erklärungen zu den Ereignissen, die auf dem Festland passiert sind, damit der Zuschauer den Anschluss nicht verliert, beginnt die erste Episode. Sofern man das ausgeklügelte World Building der Serie aber zu schätzen weiß, wird man sich daran nicht stören – Marleys Vergangenheit und die Geschichte der Titanen in dieser Nation sind interessant und sind es am Ende auch wert, dem Zuschauer mitgeteilt zu werden.

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Natürlich besteht die Episode nicht nur aus Nacherzählungen – wir lernen neue Charaktere kennen, Eldia-Jungen und -Mädchen wie Falco und Gabi, die es sich allesamt zum Ziel gemacht haben, die Kräfte des Gepanzerten Titanen von Reiner Braun zu erben, und dabei auch vor fast schon wahnsinnigen Ideen, den Feind auf dem Schlachtfeld zu besiegen, nicht Halt machen. Wirklichen Tiefgang besitzen die neuen Figuren alle nicht, aber je nachdem, wie die Staffel weiterläuft, mausern sich die Eldia-Kinder ja zu neuen Hauptcharakteren, die eine Vielschichtigkeit an den Tag legen, wie wir sie schon von so manchen Leuten auf Paradis kennen.

Ganz im Zentrum der Handlung stand aber die Action: Dank Gabis ausgefuchster List beginnt der Sturm auf die Festung Slava, und das nicht nur mit Fußsoldaten und Panzern. Auch der Grund für Marleys militärischer Übermacht kommt zum Einsatz und ein ganzes Bataillon an Eldia-Soldaten stürzt aus einem Flugzeug direkt auf das Bollwerk, nur um sich kurz vor dem Aufprall in mächtige Titanen zu verwandeln und die Schutzmauern in einem wilden Spektakel niederzureißen, als wären sie aus Papier! Als Gepanzerter und Tier-Titan übernehmen Reiner und Zeke die Hauptrolle für den Angriff, und ohne das Ende zu spoilern: Die Offensive ist nicht so erfolgreich, wie man sich vielleicht denken könnte!

Die erste Episode schafft es jedenfalls, die Neugier auf die ganze Welt von »Attack on Titan« zu wecken, wenngleich wir uns sicher sein können, dass Eren und co wieder ihren Auftritt haben werden – wie man aber die »gute« und die »böse« Seite bewerten sollte, ist nun nicht mehr ganz so offensichtlich …


Künstlerische Umsetzung

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»Attack on Titan« hatte in Sachen Produktionsqualität einen etwas holprigen Werdegang. Zur TV-Ausstrahlung von Staffel 1 waren sowohl die Zeichnungen gelegentlich deformiert als auch die CGI-Animation teils unfertig, und dennoch musste das damalige Studio Wit etwa ein Viertel der Animationsproduktion an ein anderes Studio outsourcen – was auch zum Teil verständlich ist, da der recht detailreiche Art Style der Serie nicht viel Raum für effiziente Limited Animation bietet. In Staffel 2 und 3 verbesserte sich dieser Umstand langsam, und zumindest von den 3D-Action-Kamerafahrten kann man mittlerweile behaupten, dass der Staff diese Technik mittlerweile gemeistert hat.

Für die finale Staffel zieht sich Wit nun allerdings zurück und überlässt Studio MAPPA die Bühne. Im Internet wurde gemunkelt, dass MAPPA eines der letzten Studios war, das sich überhaupt an eine actionreiche, optisch detaillierte Serie wie »Attack on Titan« herantraute und der Anime deswegen unter keinem guten Stern stand. Nach Episode 1 würden wir nun behaupten: »Attack on Titan Final« erreicht nicht die Qualität der dritten Staffel, aber sieht keineswegs schlecht aus – im Gegenteil!

Die 3D-animierten Titanen springen hier natürlich als erstes ins Auge. 3D-Animation gilt im Animebereich als teuer, aber zeitsparend, und obwohl die Computermodelle schon aus den zweidimensionalen, optisch hochwertigen Hintergründen hervorstechen, ist ihre Qualität ausreichend genug, dass es nicht allzu störend wirkt – dieser Kompromiss war wohl die einzig richtige Entscheidung für Studio MAPPA, die aufgrund der aufwendigen Action-Animation von »Jujutsu Kaisen« aus der Fall Season 2020 wohl vergleichweise wenig Zeit für »Attack on Titan« hatten.

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Das Charakterdesign unterscheidet sich dank Tomohiro Kishi auch leicht von den bisherigen Zeichnungen von Yabuta und bildet erneut einen Kompromiss zwischen optischem Anspruch und Effizienz. Nicht nur in den Action-Sequenzen, auch in den ruhigen Szenen wirken die Charaktere »gestreamlined« mit simplifizierten Details an den Kanten, in den Gesichtern und an der Kleidung, um die Animationsproduktion zu erleichtern, ohne das typische Feeling zu verlieren, das wir aus den Vorgängerstaffeln kennen.

Der als anpassungsfähig geltende Regisseur Yuichiro Hayashi versteht sein Handwerk ebenfalls und konnte uns eine Inszenierung bieten, die den Vorgängerstaffeln in nichts nachsteht – zumindest, was die Action betrifft. Die ruhigeren Gespräche boten noch keinen Spielraum für kitschig-dramatische Kameraeinstellungen, doch zumindest was die Action betrifft, steht der neue Regisseur in Sachen Spektakel dem alten Regisseur Tetsuro Araki in nichts nach!

Auffallend ist vielleicht noch das neue Opening, das in eine sehr abstrakte, künstlerische Richtung geht und auch musikalisch einen starken negativen Eindruck von organisierter Kriegsführung und ihren Opfern hinterlässt, ganz anders als die fast schon patriotisch klingenden Lieder aus den Vorgängerstaffeln. Ungewohnt ist es auf jeden Fall, aber einen effektiven Eindruck hinterlässt es auch!

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Vor dem endgültigen Fazit sei noch der Service von Wakanim zu nennen. Neben dem nicht allzu perfekten Start der ersten Folge auf der Plattform hat Wakanim hier mit den üblichen Kritiken zu kämpfen: Die Video-Bitrate ist teils recht niedrig für die schnellen Bewegungen und die vielen Staubeffekte, aber wer sich an solchen Dingen nicht stört, wird auch keine Probleme mit dem Stream haben. Die Übersetzung war exzellent, lediglich einige wenige Formulierungen klangen leicht holprig, was man aufgrund der vielen Militärbegriffe und teils strengen Ausdrucksweise der Charaktere aber locker verschmerzen kann.


»Attack on Titan Final«
Original
Deutsche Umsetzung

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Avery

Warum “WAR”? Die Folge ändert sich doch nicht.

AssassineGT

Stimme den Artikel in den meisten Bereichen zu. Habe schon ziemlich gefürchtet, dass MAPPA nicht in die Fußstapfen von WIT treten kann, aber nachdem ich Jujutsu Kaisen sah, war ich schon ziemlich beeindruckt. Nachdem ich jetzt die erste Episode kenne, glaube ich, dass MAPPA eine sehr gute Wahl war. Denke, dass sie das Finale sehr gut inszenieren können.

Ripper

Ich fande die Folge ganz OK aber möchte dass Eren und die anderen die Hauptcharaktere bleiben ich weiss nicht ob ich es sonst weiter gucken würde nur meine Meinung haha

AssassineGT

Keine Sorge, Eren bleibt schon die Hauptrolle. Höchstens 2 oder 3 Folgen sollten noch Reiner und Gabi im Mittelpunkt stehen. Kenne die Mangas, da war es ähnlich.

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