In den letzten drei Teilen habe ich mir angesehen, wie Shounen, Shoujo und Co. uns weder verlässliche Auskunft über die Leserschaft noch den Inhalt eines Mangas liefern können. Das ist aber noch lange nicht alles. Hier also alle übrigen Punkte und endlich mein Fazit.

Teil 01: Begriffe | Teil 02: Statistiken | Teil 03: Das Seinen-Problem | Teil 04: Der ganze Rest

Nachdem der letzte Abschnitt gezeigt hat, dass man eine Kategorie nicht klaren Erwartungen zuordnen kann, soll es jetzt darum gehen, dass man auch einzelne Manga manchmal nicht in Kategorien einordnen kann. Spielen wir doch zum Aufwärmen eine Runde munteres Demographienraten:

Nehmen wir zum Beispiel Hadashi no Gen, auf Deutsch erschienen als Barfuß durch Hiroshima. Die Serie ist ein emotional erschütterndes Historiendrama, das realistisch und schonungslos die Schrecken des Ultranationalismus, des Krieges und der Atombombe zeigt. Keiji Nakazawa verarbeitete damit seine eigenen Kindheitserfahrungen und schuf einen weltweit gerühmten Meilenstein für das Genre des autobiographischen Comics.

Nach welcher Zielgruppe hört sich das an? Hadashi no Gen erschien im Weekly Shounen Jump.

Der erste Manga in Deutschland war 1982 ein Shounen.

Versuchen wir es mit einem neueren Klassiker: Death Note. Die Story bedarf wahrscheinlich keiner Zusammenfassung, aber hier trotzdem einige Eckpunkte: Death Note ist ein düsterer Thriller, in dem Genies sich gegenseitig auszutricksen versuchen, verankert im Hier und Jetzt und realistisch gezeichnet, ohne viel Action oder einen klaren Helden, dafür mit vielen Dialogen und aufgeworfenen moralischen Fragen.

Nach welcher Zielgruppe hört sich das an? Death Note erschien auch im Weekly Shounen Jump.

Stop! Hibari-kun ist eine romantische Kommödie über einen verwaisten Oberschüler, der bei einer Yakuza-Familie unterkommt und sich in den crossdressenden Sohn des Bosses verliebt. Der Manga hinterfragt zwischen seinen Witzen immer wieder Gender und Sexualität, bis die Charaktere sich mit ihren Gefühlen abfinden können, und präsentiert obendrein die beste Mode der frühen Achtziger.

Na …? Ja, auch Hibari-kun erschien im Weekly Shounen Jump.

Hibari-kun, nicht ganz Shounen-Protagonist, aber nahe dran. Copyright Shueisha

Oder Level E, eine kurze, aber umso experimentellere Story über ein Gestaltwandelndes Alien, irgendwo zwischen Comedy und Horror, mit einem Zeichenstil, der fließend von realistisch zu minimalistisch zu surreal übergeht.
Auch im Shounen Jump erschienen.

Level E erschien zwischen Yoshihiro Togashis anderen Shounen Yuu Yuu Hakusho und HunterxHunter

Das dürften genug Beispiele für unkonventionelle Manga gewesen sein, die es über die Jahre in eine Zeitschrift geschafft haben, die nach gängiger Meinung der Inbegriff endloser Kämpfe und Tournament-Arcs sein sollte. Solche Beispiele ziehen die Integrität der Zielgruppeneinteilung schon mächtig in Zweifel.

Doch es gibt auch genügend Beispiele von Manga, die man nicht anständig einordnen kann, auch wenn man die Magazine kennt. JoJo’s Bizarre Adventure von Hirohiko Araki ist einer der erfolgreichsten Manga aller Zeiten. Auch er erschien im Weekly Shounen Jump und hielt sich dort für 27 Jahre, von 1987 bis 2004. Bis dahin waren sechs Teile der Geschichte fertig und von einem siebten, Steel Ball Run, 23 Kapitel erschienen.

Steel Ball Run erschien jedoch nicht unter dem Titel JoJo und hatte auch keine direkte Verbindung zur Handlung des letzten Teils, war offiziell also kein Teil der Serie. 2005 wechselte Steel Ball Run in das monatlich erscheinende Seinen-Magazin Ultra Jump, nun offiziell als der siebte Teil der JoJo-Reihe. Dort erscheint sie, seit 2012 beim achten Teil, JoJoLion, angekommen, bis heute.

Dass sowohl Steel Ball Run als auch JoJoLion deutlich charaktergetriebenere Stories haben und der Zeichenstil durch das seltenere Erscheinen deutlich detaillierter wurde, passt auch sehr gut zu den Vorstellung von Seinen. Die meisten Fans sind sich daher einig, dass aus dem Shounen-Manga mit dem Wechsel in die Ultra Jump ein Seinen-Manga wurde, und betrachten die ersten sechs Teile als Shounen und die letzten beiden als Seinen.

Dem aufmerksamen Leser wird vielleicht schon etwas aufgefallen sein. Ist Ultra Jump nicht, wie bei Punkt 2 erwähnt, ein Shounen-Magazin? Ging es dort nicht darum, dass die Zielgruppe der Ultra Jump eher nach Seinen als nach Shounen aussieht?

Ja, tatsächlich ist die Ultra Jump bei der JMPA, die ich als Hauptquelle für die demographische Einteilung herangezogen habe, momentan als Shounen-Zeitschrift gelistet. Angefangen hat sie als Auskopplung der Weekly Young Jump allerdings in der Seinen-Sparte und wurde irgendwann in den letzten Jahren stillschweigend zum Shounen-Magazin umdeklariert.

Ich konnte nicht herausfinden, wann und warum dies geschah, aber über die Folgen sollte man sich, wenn einem die Zielgruppen etwas bedeuten, gründlich Gedanken machen.

Als JoJo 2005 das erste Mal in der Ultra Jump erschien, war sie noch ein Seinen-Magazin.

Ist JoJo jetzt wieder ein Shounen-Manga? Sollte man die Kapitel, die erschienen sind, als die Ultra Jump noch ein Seinen-Magazin war, trotzdem als Seinen ansehen? Oder sind sie retroaktiv zu Shounen geworden, als das Magazin umklassifiziert wurde.

Oder sind auch die neu erscheinenden Kapitel immer noch Seinen, weil sich am Manga seit der Zeit, als die Ultra Jump noch Seinen war, nichts am Manga geändert hat? Und wäre dann nicht vielleicht Steel Ball Run doch ein Shounen, weil er in der Shounen Jump angefangen hat?

Diese Fragen mögen dumm und unsinnig wirken, aber wenn die Zielgruppeneinteilung etwas über einen Manga aussagen soll, dann sollten sie sich überzeugend beantworten lassen.

Es gibt aber auch Manga, die in mehreren Magazinen parallel erscheinen. So, wie Garfield weltweit in über 2000 Zeitungen erscheint, erschien Kagami Yoshimizus 4-Panel-Manga Lucky Star seit 2003 in einem knappen Dutzend von Kadokawas Druckerzeugnissen, hauptsächlich und bis heute aber in der Comptiq.

Das „MediaMix Game Magazine“ Comptiq im Mai 2009, als Lucky Star noch richtig groß war

Bei der Comptiq handelt es sich bloß leider um keine Manga-, sondern eine Videospielezeitschrift, die zwar viele Manga abdruckt, in der Klassifizierung aber keiner der mangaspezifischen Zielgruppe zugeordnet wird, sondern den Hobbyzeitschriften.

Da sich die Comptiq eindeutig an ein männliches Otaku-Publikum richtet, werden die Manga darin gerne entweder als Seinen oder als Shounen klassifiziert, aber die Grundlage dafür ist doch sehr wacklig, zumal wir ja schon gesehen haben, wie schwer die beiden in diesem Bereich auseinanderzuhalten sind.

Auf der Spitze seiner Popularität erschien Lucky Star für kurze Zeit, unregelmäßig oder in speziellen Cameos unter anderem in der Comp Ace und der Comp Hs, den Schwestermagazinen der Comptiq, in der Newtype, einer altehrwürdigen Otaku-Zeitschrift, im Dragon Magazine, das hauptsächlich Light Novels abdruckt, dem kurzlebigen 4-Panel-Manga-Magazin 4-Koma Nano Ace und dem Monthly Shounen Ace.

Letzteres ist auch das einzige Magazin, das klar einer Zielgruppe zuzuordnen ist, doch dort erschienen von Lucky Star nur sporadisch einzelne Strips. Ist Lucky Star also ein Shounen? Es ist definitiv eher ein Shounen als eine Light Novel oder ein Gamingartikel, aber ich bezweifle, ob für so etwas das Ausschlussverfahren ausreicht.

Auch Magazine, die hauptsächlich Manga publizieren, müssen nicht immer in die Zielgruppeneinteilung passen. Dies betrifft vor allem solche, die sich auf ein bestimmtes Genre fokussieren. Zumindest ist das meine Theorie dafür, wieso ich zum Beispiel bei spezialisierten Boys-Love- und Yuri-Magazinen nie eine demographische Eingrenzung finden konnte, auch wenn sie nicht erklären kann, wieso die Gundam Ace mit ihrem denkbar engen Fokus als Seinen-Magazin läuft.

Eine alternative Erklärung wäre, dass die relativ kleinen Verlage, die diese Magazine herausbringen, mit ihren relativ kleinen Repertoires keinen Bedarf für den breiten Zielgruppenpinsel haben, mit dem die größeren Verlage malen.

Ich war ein wenig überrascht, als die Yuri-Romanze Citrus in Deutschland unter Tokyopops Aktion „I love Shojo“ erschien. Generell erscheinen so gut wie alle Yuri-Manga darunter, zuletzt etwa Watashi no Yuri wa Oshigoto desu (unter dem Titel Café Liebe) und After Hours.

Verständlich ist das durchaus, da die Serien in Stil und Charakter eindeutig die Erwartungen an einen Shoujo-Manga erfüllen, doch die Geschlechter der Heldinnen lassen den Move doch recht mutig wirken. Citrus erscheint in Japan in der Comic Yuri Hime, dem einzigen kommerziellen Yuri-Manga-Magazin Japans.

„Yuri-Magazin“ ist auch die einzige Klassifizierung, die ich über die Zeitschrift je gehört habe, und so kann man sich die Frage stellen, ob das nun eine Art von Shounen-, Seinen-, Shoujo- oder Josei-Magazin ist.

Fällt auch in Sachen Layout aus der Reihe: Die Yuri Hime. | Copyright Ichijinsha

Yuri als Genre hat seine Wurzeln eindeutig bei Shoujo-Manga, im selben Dunstkreis von 24ern und aufkommender Doujin-Kultur, in dem auch Boys Love entstanden ist, und als die Yuri Hime 2005 aus der Yuri Shimai hervorging, gehörte es im Großen und Ganzen immer noch in dieselbe Ecke.

Während Boys Love aber immer bei der Zielgruppe junger Frauen verhaftet blieb, die irgendwo in der unklaren Grauzone zwischen Shoujo und Josei zu finden ist, schlug Yuri in den letzten Jahren einen anderen Weg ein. 2008 hatte die Comic Yuri Hime noch eine zu 70% weibliche Leserschaft, die sich größtenteils in den 20ern befand.

Durch Serien wie die notorische Moe-Comedy Yuru Yuri gelang es der Zeitschrift in den letzten Jahren jedoch, eine große Menge männlicher Leser anzuziehen, die inzwischen Schätzungen zufolge 60% ihres Publikums ausmachen.

Die Yuri Hime und das Genre, das sie repräsentiert, werden also von beiden Geschlechtern gelesen. Damit sind sie in einer ähnlichen Lage wie die Shounen Jump, haben aber im Gegensatz zu diesem nicht den Luxus, den Namen einer Demographie im Titel zu tragen. Die Yuri Hime einer Demographie zuzuordnen, ist deswegen noch stärker als bei den anderen Magazinen mehr ein Glaubensbekenntnis als eine Bestandsaufnahme.

Man könnte bestenfalls die Linie durch das Magazin hindurch ziehen. Citrus wäre dann möglicherweise wie bei Tokyopop ein Shoujo, während Yuru Yuri zum Seinen würde. Dann muss man sich aber auch fragen, warum man nicht Haikyuu mit seiner überwiegend weiblichen Leserschaft zum Shoujo erklärt.

Ich bin mir sicher, dass die meisten Manga-Leser mehr als eines solcher Exemplare gelesen haben, bei denen man sich über die demographische Zugehörigkeit nur wundern kann. Mir zumindest sind mir bei der Recherche so viele weitere Beispiele über den Weg gelaufen, dass ich am liebsten eine Liste von ihnen mit Thinking-Face-Emojis daneben hierhin gepostet hätte.

Ich habe mich schweren Herzens dagegen entschieden, da die Präsentation dieses Artikels auch jetzt schon schlimm genug ist, und kann daher nur jedem, der an diesem Punkt noch nicht überzeugt ist, empfehlen, selbst seine Lieblingsmanga nachzuverfolgen.

Der größere Rahmen

Bisher ging es ausschließlich um Manga, was auch naheliegend ist, da die Zielgruppenbezeichnungen sich ausschließlich auf Manga beziehen. Da der durchschnittliche Manga-Leser aber auch Anime nicht abgeneigt ist und ein solider Teil der Anime-Landschaft auf Manga basiert, schwappen die Begrifflichkeiten gerne auch auf die Welt der japanischen Animation über.

Was für Kriterien gibt es also, um zu bestimmen, ob ein Anime ein Shounen, Shoujo, Seinen oder Josei ist? Dieselben wie dafür, ob ein Film ein Roman, eine Novelle oder eine Ballade ist, wenn man mich fragt. Andere Leute sehen es ein wenig anders:

In den einfachsten aller Fälle ist ein Anime eine direkte Adaption eines Mangas. Hier bestimmt die Zielgruppenzugehörigkeit des Mangas die des Animes. Es kann aber schon zu Problemen kommen, sobald ein Anime zu sehr vom Manga abweicht, den er adaptiert. Ich habe von einem Fan der 2003er Umsetzung von Full Metal Alchemist zum Beispiel einmal gehört, dass der Anime so gut sei, weil er aus der Shounen-Vorlage einen Seinen mache.

Auch wenn ich offensichtlich nicht seiner Meinung war und hoffentlich niemand, der das hier liest, seiner Meinung ist, ließ sich dem doch schwer widersprechen. Aber auch, wenn ein Anime (oder eine Light Novel, ein Videospiel oder sonst etwas), vor einer Manga-Adaption erscheinen, nimmt man diese gerne als Hinweise auf die Zielgruppenzugehörigkeit des Ursprungswerkes.

Zum Beispiel ist dann Tengen Toppa Gurren Lagann, ursprünglich eine Animeserie, ein Shounen, weil die Manga-Adaption hintereinander in zwei Shounen-Magazinen erschienen ist. Re:Zero, ursprünglich eine Light-Novel-Reihe, ist Seinen, da die drei Manga-Adaptionen in drei verschiedenen Seinen-Magazinen erschienen sind.

Bekannte Probleme gibt es dann zum Beispiel bei Fate/Stay Night, ursprünglich einer Visual Novel, deren Manga-Adaption während der Publikation von einem Shouen- in ein Seinen-Magazin gewechselt ist.

Nach dieser Logik gehören Cowboy Bebop und Code Geass lustigerweise zur Shoujo-Sparte, da Manga-Adaptionen von beiden in der Monthly Asuka, einer Shoujo-Zeitschrift, erschienen. So richtig in Teufels Küche ist man bei Vision of Escaflowne, von dem zwei Manga-Versionen entstanden, eine als Shounen und die andere als Shoujo.

Vision of Escaflowne, links als Shounen, rechts als Shoujo. Copyright Kadokawa

Um ganz ehrlich zu sein, werden Anime aber meistens auf dieselbe Weise kategorisiert, wie Manga, um ganz, ganz, ganz ehrlich zu sein, meist auch kategorisiert werden: aus dem Bauch heraus. Cowboy Bebop wird dann zum Seinen, so wie Death Note zum Seinen wird, weil sie die Erwartungen erfüllen, die wir an Seinen haben.

Dass Leute überhaupt über Shounen-, Shoujo- oder Seinen-Anime reden, ist für mich in erster Linie ein gutes Indiz, wie ernst diese Begriffe im Manga-Bereich genommen werden.

Fazit

Am Ende solcher Essays sollte man ja normalerweise keine allzu harsche Position beziehen, sondern in einem versöhnlichen Dénouement zugeben, dass jede Diskussion zwei Seiten hat. Tatsächlich komme ich mir vor wie irgendein bockiger Gymnasiast, der im Matheunterricht nicht mehr mitmachen will, weil er die Idee hinter reellen Zahlen nicht versteht, wenn ich mir dieses System anschaue, das vom Großteil der japanischen Printindustrie und den meisten Fans seit Jahren und Jahrzehnten verwendet wird, und es einfach nicht begreife.

Trotzdem wirkt es mir mehr denn je, als wüsste die Printindustrie nicht, was sie tut, und als wüssten die Fans genauso wenig, was sie tun. Irgendwann einmal waren diese Kategorien, Shoujo und Shounen zumindest, mit Sicherheit nützlich, aber heutzutage sind die Grenzen verwaschen und die Wörter nahezu inhaltsleer. Ich sehe keinen Nutzen mehr darin, sie zu benutzen, zumindest nicht so, wie es die Publisher oder das Fandom heute machen.

Klar erkennbare Zielgruppen gibt es in der Welt der japanischen Popkultur aber durchaus. Die Dichotomie zwischen männlich und weiblich orientierten Machwerken ist zum Beispiel immer noch deutlich spürbar, aber auch kleinere Zielgruppen lassen sich einige ausmachen.

Mehrfach erwähnt habe ich die Otaku, eine junge erwachsene, männliche Gruppe, die durch ihre Verbindung zu Late-Night-Anime und Moe-Kultur leicht auszumachen ist. Nicht weniger notorisch ist die Zielgruppe der Boys-Love-Leserinnen, die dieses Genre in Shoujo-, Josei- oder speziellen BL-Publikationen verfolgen, aber auch entsprechend suggestive Shounen oder Seinen lesen.

Den Grund- oder Mittelschüler, der sich jeden Montag mit seinen Klassenkameraden über die neuesten Abenteuer von Ruffy und Co. austauscht, gibt es mit Sicherheit auch. Genauso gibt es, wie wir gelernt haben, Frauen in ihren Vierzigern, die eine Art romantischer Manga lesen, für das sich ein jüngeres Publikum überhaupt nicht interessiert.

Solche, viel organischeren Zielgruppen kann man mit ein wenig Erfahrung im Medium und seiner Kultur recht leicht ausmachen. Genauso fallen einem gerade bei den größeren Gruppen noch feinere Unterteilungen ein, im Falle der Otaku etwa zwischen dem typischen Leser der Manga Time Kirara und dem der Gundam Ace. Außerdem ist meist schon auf den ersten oder zweiten Blick zu erkennen, an welche Zielgruppen (beachte: Mehrzahl!) sich ein einzelnes Werk richtet.

Ich sage zwar, dass das alles einfach ist, doch um einen wirklich fundierten Überblick über die verschiedenen Milieus von Manga-Lesern zu schaffen, bräuchte man wahrscheinlich ein ganzes Team von Soziologen. Bis es dazu kommt, bleiben wir auf unsere Intuition als Fans angewiesen, die bis jetzt aber freilich auch verlässlicher war als die Angaben der Verlage.

Oder wir müssen vielleicht das eine oder andere Mal die inneren Werte eines Manga beschreiben, ohne uns auf eine vorgefertigte Schachtel zu verlassen.

Quellen und Literatur:

Yuri-Hime-Leserschaft 2008: https://www.comipress.com/article/2008/06/25/3603
Yuri-Hime-Leserschaft heute: https://ddnavi.com/interview/420470/a/

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acrupioAlwinTobiasVanitas Letzte Kommentartoren
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Vanitas
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Vanitas

schöner Abschluss, Hervorragender Artikel, vielleicht bin ich nicht ganz deiner Meinung aber jetzt habe ich definitiv mehr erfahren über die gesamt Situation.
Mehr von sowas bitte…

Tobias
Gast
Tobias

Ist Berserk jetzt ein Shoujomanga?

Alwin
Gast
Alwin

Das ist diskussionswürdig.

Alwin
Gast
Alwin

Man kann auch nach verschiedenen äußeren Werten einen Manga anteilig in mehreren Kategorien sehen. Beispielsweise Full Metal Alchemist: Die Linien der Federführung sind zu schmal für Shounen – der Touch ist zu soft. Also was Breite der Linien in der Zeichnung betrifft ist es Shoujo. Jedoch fehlen die Sterne in den Augen und die Blumen im imaginärem Hintergrund. Dafür sprechen Komawari (Aufteilung der einzelnen Bilder auf einer ganzen Seite), Koukasen (diese Linien, die den Hintergrund oft unsichtbar machen und die dynamische Richtung innerhalb eines Bildes vorgeben) absolut für Shounen, da sie sehr eindeutig und für Seinen zu simpel ist. Da… Weiterlesen »

acrupio
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acrupio

Hat man da nicht dasselbe Problem wie bei sämtlichen anderen Features, dass sie nämlich zum einen dynamisch sind und einzelne, sehr einflussreiche Künstler zum anderen extrem von Normen abweichen? Diese Normen wären dann immer noch ein Stereotyp, das in irgendeiner fingierten Vergangenheit idealtypischer Einteilungen verwurzelt ist, so wie inhaltliche Eigenschaften auch. In Seinen-Magazinen hätte man dann immer noch extrem heterogene Stile, die sich einfach nicht vereinbaren ließen. Was brächte der Begriff Seinen auf einer visuellen Ebene, wenn du bei einigen Seinen-Magazinen 0% Seinen attestieren müsstest? Genauso viel wie auf inhaltlicher. Ich habe mich der künstlerischen Dimension nicht wirklich gewidmet, weil… Weiterlesen »