© 2019 Five fairy scholars / フェアリーゴーン製作委員会

Das düstere Fantasy-Abenteuer Fairy Gone hatte sicherlich nicht jeder auf dem Schirm, trotzdem war der Anime im Vorraus stellenweise als einer der vielversprechendsten Titel der Season im Gespräch. Wir haben uns die erste Folge angesehen und verraten euch, ob der Anime mitreißende Dramatik oder doch eher blutleere Durststrecken bietet. 

Mit »Sirius the Jaeger« hat das sonst eher für ruhige Slice of Life-Geschichten wie Sakura Quest oder Tari Tari bekannte Studio PA Works letztes Jahr einen erneuten Gehversuch in Richtung brachialer Action gewagt. Fairy Gone liefert in der aktuellen Season nun Nachschub an der Fighting-Front und diesmal hat sich Jojo’s Bizarre Adventure-Regisseur Kenichi Suzuki persönlich auf den Regiestuhl geflanzt, um euch mit viel Atmosphäre in die Welt der Feensoldaten zu entführen.

Wird es Fairy Gone gelingen, das viel kritisierte Sirius the Jaeger hinter sich zu lassen? | © 2019 Five fairy scholars / フェアリーゴーン製作委員会

Diese entstammt der Kreativität des Grimgar, Ashes and Illusion-Autoren Ao Joumonji, der die Storyline des Anime zu Papier bringt. Damit steht ein interessantes Team hinter Fairy Gone, doch werden die hohen Erwartungen, die auch wir in unserer Season-Preview an das Werk richteten, am Ende auch belohnt?

Wo könnt ihr Fairy Gone auf deutsch schauen?

Fairy Gone läuft als Teil des Programms von Streaming-Anbieter Wakanim jeden Sonntag mit einer neuen Folge im Simulcast.

Die mit Originalton und deutschen Untertiteln versehenen Episoden könnt ihr als Teil eines Wakanim-Abos für 5,00€ monatlich erleben oder als Einzelkauf erstehen, der euch 10€ für die ersten 12 Folgen des Anime abknöpft. In dieser Variante steht euch zusätzlich die Möglichkeit zur Verfügung, die Episoden zu downloaden.

Darum geht es in Fairy Gone!

Die Geschichte des Anime entführt euch in eine Welt, in der Feen von Menschen und Tieren Besitz ergreifen und ihnen so übermächtige Fähigkeiten verleihen können. Die Besessenen sind in der Lage, Monster zu beschwören, die an ihrer Stelle Kämpfe austragen und Feinden den Garaus machen.

Diese sogenannten »Feen-Soldaten« wurden im großen Krieg, der dem Kontinent nichts als Leid und Verderben einbrachte, an vorderster Front in den Kampf geschickt. Nachdem dieser sein Ende fand, verloren die Soldaten ihre Bestimmung und einige von ihnen begannen, Verbrechen zu begehen.

Nach dem großen Krieg herrscht in erster Linie Armut und Perspektivlosigkeit. | © 2019 Five fairy scholars / フェアリーゴーン製作委員会

Auch die junge Maria und ihre beste Freundin Veronica sind Opfer des Krieges, konnten sie doch gerade so ihr nacktes Überleben sichern, als ihr Heimatdorf einem Flammenmeer zum Opfer fiel.

Jahre später begegnet sie Veronica wieder, doch diese ist schon längst vom rechten Pfad abgekommen. Durch einen Zufall wird Maria selbst zur Feen-Soldatin und schließt sich der Organisation »Dorothea« an, die sich dem Kampf gegen ebenjene verschrieben hat, die die Fähigkeiten der Elfen zu niederen Zwecken missbrauchen.

Sie erhofft sich, Veronica so erneut wiederzufinden und sich eines Tages mit ihrer alten Freundin zu versöhnen …

Finstere Militär-Action aus dem Handbuch – Story & Charaktere

Schreckliche Kriegs-Flashbacks, politische Botschaften, eine Geschichte über Widerstand und Rebellion und ein historisches Setting: Fairy Gone deckt einen Punkt nach dem anderen im Handbuch der Fantasy-Militär-Anime ab. Unweigerlich zwingt sich hier der Vergleich mit Sirius the Jaeger auf, denn auch hier fliegen die Fäuste bzw. Feen der kessen Hauptcharaktere, während im Hintergrund jede Menge politische Intrigen lauern.

Mysteriöse Feen-Wesen übernehmen das Kämpfen für die Feen-Soldaten. | © 2019 Five fairy scholars / フェアリーゴーン製作委員会

Das Setting von Fairy Gone erweist sich als reichlich bekannt und wird lediglich durch den sehr interessanten Supernatural-Aspekt der Feen-Soldaten ergänzt, der in erster Linie coole Action-Szenen heraufbeschwört.

Die erste Folge hielt sich was Story angeht noch eher bedeckt, hier wurde das Setting vorgestellt und in den Hauptkonflikt zwischen Maria und Veronica eingeführt. Dieser könnte sich, je nach Tiefe und Dynamik der beiden Figuren, noch zum stärksten Punkt des Anime entwickeln, da zumindest Maria mit ihrer energischen und durchsetzungsfähigen Art einen interessanten Charakter darstellt.

Schön ist wüst und wüst ist schön – Künstlerische Umsetzung

Das Studio PA Works konnte sich mit seinen detaillierten Zeichnungen, ausgefeilten Lichtstimmungen und liebevollen Settings schon vor einiger Zeit einen nachklingenden Namen in der Fan-Szene machen und feuert auch in Fairy Gone wieder aus allen Rohren:

Studio PA Works gelingt es, eine glaubwürdige und ausstaffierte Fantasy-Atmosphäre zu erzeugen. | © 2019 Five fairy scholars / フェアリーゴーン製作委員会

Die trostlose Atmopshäre nach dem Krieg wurde perfekt in den Bildern des Anime eingefangen – durchgehende Grautöne, zerkratztes Holz, brüchige Wände und jede Menge Schmutz sorgen für niedergeschlagene Bilder, die mit der depressiven Prämisse perfekt Hand in Hand gehen.

Die Animation hingegen kann nicht immer ganz mit den sämtliche Trostlosigkeit hinter sich lassenden, rasanten Kampfszenen mithalten, sodass hier häufiger Speedlines, Zooms und simple Bewegungen die Dynamik rauben, die Regisseur Suzuki ihnen wahrscheinlich angedacht hat.

Durch eine der mysteriösen Feen wird auch Maria zu einer Feen-Soldatin. | © 2019 Five fairy scholars / フェアリーゴーン製作委員会

Nichtsdestotrotz erschafft Fairy Gone eine dichte, bedrückende Atmosphäre, was auch zu einem nicht geringen Teil der sehr detaillierten und hochwertigen Sound-Kulisse zuzuschreiben ist, denn hier klirrt, splittert und stampft alles so gewaltig, wie es soll.

Epische Melodien – Die Musik

Der Soundtrack zu Fairy Gone stammt von der Band [K]NoW_NAME und besteht aus epischen Orchestralstücken mit eingängigen Melodien.

Die Songs sorgen zusammen mit den Soundeffekten für ein gänsehauterzeugendes Klangbild und untermalen so perfekt sowohl die düsteren und actionreichen, als auch die ruhigen und dramatischen Momente.

Fazit – Solide Fantasy-Action

Wer bei Fairy Gone einen innovativen Anime voller frischer Ideen, ungewöhnlichen Konzepten und besonderen Regie-Merkmalen sucht, ist auf dem falschen Dampfer.

Der Anime präsentiert ein typisches Fantasy-Militär-Abenteuer mit einer interessanten Prämisse und symphatischen Charakteren, ob die Geschichte um Marias Werdegang als Mitglied von Dorothea außerhalb der Kampfszenen für Spannung sorgt oder doch nur ebendiese zusammenhält, lässt sich nach der ersten Folge nur schwer beurteilen.

Feststeht, dass die Serie auf technischer Seite (fast) alles richtig macht und so für eine glaubwürdige Dark Fantasy-Atmosphäre sorgt, dank der es sich auf jeden Fall lohnt, dranzubleiben und weitere Folgen abzuwarten, um sich ein Gesamturteil zu Fairy Gone zu erlauben.

Jetzt seid ihr gefragt!

Habt ihr die erste Folge von Fairy Gone schon gesehen? Was ist eure Meinung?

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Railgun
Gast
Railgun

Nach Folge 1 hab ich das Gefühl das wird wieder eher ein Miss Titel von P.A. Works als ein Hit. Sirius the Jaeger machte dank seinen schick choreographierten Kämpfe, die auch recht dynamisch Animiert waren, trotz seiner nicht immer stabilen Story, Fun auf das kann Fairy Gone wie es scheint aber nicht zurück greifen. Das CGI macht auf mich bisher leider auch nicht den stabilsten eindruck auf mich. Hintergrund und Sound wirken stabil, Soundtrack ist halt (k)now Name, ich persönlich mag die Gruppe sehr. Hab zwar durch die Combo von Suzuki/Jyuumonji noch Hoffnung das Fairy Gone evt von der Story… Weiterlesen »

Marcel
Gast
Marcel

Wär es nicht ne gute Idee “Die Einschätzung der Redaktion” Recht weit oben zu platzieren? ^^

Chris
Gast
Chris

Dann würde sicherlich niemand mehr den Artikel lesen.