© 米スタジオ・Boichi/集英社・Dr.STONE製作委員会

Kaum ein Anime hat im Sommer 2019 eine so große Fangemeinde für sich gewinnen können wie Boichis/Inagakis Dr. Stone. Doch ist dieser Hype überhaupt gerechtfertigt? Wir verraten euch fünf Gründe, dem postapokalyptischen Adventure zumindest eine Chance zu geben.

Auch in der Summer Season 2019 gibt es eine Handvoll Anime, um die zumindest die seasonaffinen unter uns Zuschauern nicht einmal dann herumkommen, wenn sie sich sämtliche Augen und Ohren zuhalten. So auch im Falle des Shounen-Jump-Titels Dr. Stone, der bereits vor der Ausstrahlung nicht nur von Crunchyroll in den Himmel gehypt wurde.

Doch wie viel steckt eigentlich wirklich hinter den Begeisterungsstürmen, die das steinharte Abenteuer rund um den Wissenschaftsfanatiker Senkuu und seinen nicht ganz so hellen Kumpanen Taiju ausgelöst hat? Hat euch der vorangegangene Hype möglicherweise sogar abgeschreckt und die Lust auf die Serie genommen? Oder könnt ihr euch vielleicht einfach nicht mit dem möglicherweise doch recht gewöhnungsbedürftigen Setting anfreunden?

Sollte euch unser ausführlicher Ersteindruck noch nicht gereicht haben, können euch vielleicht diese fünf Gründe einen kleinen Anreiz liefern, über euren Schatten zu springen und der Serie doch noch eine Chance zu geben. Sofern ihr das nicht sowieso schon getan habt.

Dr. Stone ist … postapokalyptisch

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Dass Dr. Stone kein Zuckerwatte-Einhornpups wird, war allerspätestens in jenem Augenblick klar, in dem die gesamte Menschheit ohne jegliche Vorwarnung versteinert wurde und für mehrere tausend Jahre als leblose Statuen vor sich hin rottete. Ein nicht gerade geringer Teil von ihnen starb ohne auch nur die winzigste Chance, sein Schicksal abzuwenden. Einige wenige jedoch schafften es irgendwie, sich am Leben zu halten und die schier unlösbare Versteinerung wie durch ein Wunder rückgängig zu machen. So ist die Welt, die Hauptcharakter Taiju nach seiner unerwarteten Entsteinerung vor Augen liegt, zwar nur allzu vorhersehbar, jedoch nicht weniger erschreckend.

Wo einst das pure Leben herrschte, prangt nun meterdickes Moos. Von den einst so ansehnlichen, modernen Gebäuden sind nichts als bröckelnde Ruinen übrig. Und von anderen Menschen findet sich weit und breit keine Spur. Einzig zerbrochene Leichen schauen ab und an aus dem vermoderten Urwald hervor, der einst eine blühende Großstadt Japans bildete. Und wie es sich für einen Urwald gehört, haben dort auch ganz unerwartete Lebewesen ein neues Zuhause gefunden und sich wie die Karnickel vermehrt. Wer hätte schon damit gerechnet, in einem Land wie Japan auf einen echten lebendigen Löwen zu treffen?!

So gilt es, sich trotz aller Widrigkeiten und der Ermangelung an allen nur erdenklichen hilfreichen Erfindungen der Menschheit durch den Urwald zu schlagen, sich mit den einfachsten Mitteln gegen tödliche Gefahren wie halb verhungerte Löwen und Krankheiten zu wappnen und die Menschheit, die noch immer mit ihrer unergründeten Versteinerung zu kämpfen hat, wieder komplett neu aufzubauen. Eben noch einmal ganz von vorn anzufangen.
Ein Unterfangen, das sich zwar durchaus als tückisch erweist, für einen klugen Kopf wie Senkuu jedoch spaßiger nicht sein könnte, kann er so doch sein gesamtes Wissen unter Beweis stellen.

Dr. Stone ist … lehrreich

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Was wäre ein guter Survival-Anime mit dem Ziel, die Menschheit von null wiederaufzubauen, ohne das nötige Know-how? Das bringt glücklicherweise Stachelkopf und Vollblutwissenschaftler Senkuu mit und scheut sich auch nicht davor, es mit seinen wissbegierigen Mitstreitern zu teilen, wenngleich gerade der nicht ganz so helle Taiju gern mal nur Bahnhof versteht. Damit aber niemand dumm sterben muss, nimmt sich der junge Albert Einstein aber alle Zeit, die nötig ist, um Licht in die dunklen grauen Zellen seiner geneigten Gefolgsleute und Zuschauer zu bringen.

Nicht nur über die Herstellung von Waffen oder Alkohol philosophiert er, er erklärt außerdem, wie man sich am besten Keime vom Hals hält und aus welchen Materialien man ein stabiles, gut isoliertes Häuschen baut. Eben alles, was man braucht, um in der grausamen Wildnis zu überleben.

Dass es sich bei alldem durchaus um reale Anleitungen handelt, wird spätestens bei der allseits beliebten Warnung, dass man das alles bloß nicht zu Hause nachmachen soll, klar. Wer also schon immer wissen wollte, wie man beispielsweise Schwarzpulver herstellt, ist bei Dr. Stone definitiv an der richtigen Adresse.
Aber nicht vergessen: Macht das bloß nicht zu Hause nach!

Dr. Stone ist … weit mehr als nur Schwarz und Weiß

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Nichts auf dieser Welt ist klar schwarz und weiß. Genauso wenig wie es ganz klar Gut und Böse gibt. Was für den einen Menschen Gut ist, sieht der andere als das pure Böse und verabscheuungswürdig an.

Das, was uns beispielsweise Death Note sehr anschaulich beigebracht hat, finden wir auch in der völlig zerstörten Welt von Dr. Stone wieder. Während der eine die vollkommene Wiederherstellung der Menschheit als richtig ansieht, will der andere die korrupten Alten, die die Gesellschaft mehr und mehr in den Untergang getrieben haben, einfach sterben lassen und noch einmal ganz von vorn beginnen. Beide glauben, das Richtige zu tun und für eine bessere Welt zu handeln.

Und wenn wir einmal ganz ehrlich sind, kann man keiner der beiden Seiten einen Vorwurf machen oder gar behaupten, sie hätte ganz deutlich Böses im Sinn. Die eine möchte die Menschheit, wie sie eben war, wiederherstellen, und die andere erhofft sich eine bessere Welt, indem sie die Störfaktoren, die dies bisher verhindert haben, ausschaltet und noch einmal ganz von vorn beginnt. Keine der beiden Parteien ist ganz klar schwarz und keine ganz klar weiß. Beide verfolgen das, was ihrer Ansicht nach richtig ist. Mit dem Ziel, der Menschheit zu alter Blüte zu verhelfen. Auch wenn der Zweck natürlich niemals die Mittel heiligt.

Dr. Stone ist … romantisch

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Zugegeben, von einer Serie dieses Settings erwartet man nicht unbedingt die großen Schnulztiraden. Und es ist auch nicht so, als würde man mit Rumgeknuddel und Liebesschwüren überschüttet werden. Dennoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass das Fantasy-Adventure durchaus auch seine ruhigen Herzklopfmomente hat.

Sehen wir uns doch beispielsweise einfach mal den Anfang an, der fieser nicht hätte sein können. Gerade als sich Taiju endlich dazu durchringt, seiner großen Liebe Yuzuriha nach so vielen Jahren seine Liebe zu gestehen, wird die Menschheit völlig unerwartet versteinert und hindert ihn ein weiteres Mal daran, sich seiner süßen Mitschülerin endlich zu offenbaren. Nur durch seine Liebe zu ihr und den Wunsch, ihr endlich sein Herz zu Füßen zu legen, überlebt er die Jahrtausende andauernde Versteinerung und schwört sich, auch ihr wieder zu neuem Leben zu verhelfen.

Es sind kleine, aber feine Momente wie diese, die der Geschichte rund um den Lauchzwiebelschädel das gewisse romantische Etwas verleihen und doch für das eine oder andere bisschen Herzklopfen sorgen. Wer also auf dezente Romance steht, die einem nicht mit Anlauf ins Gesicht geklatscht wird wie in manch anderen Serien, der ist hier auf jeden Fall richtig.

Dr. Stone ist … herrlich schräg

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Dass ein bisschen Spaß immer sein muss, ist auch hier die Devise. So werden trockene Erklärungen gern durch den einen oder anderen Gag aufgelockert und wenn ihn trotzdem keiner versteht, zeigt Senkuu eben mal sein gesamtes Fratzenrepertoire. Auf die einen mag der doch recht krasse Shounen-Humor ziemlich abschreckend, wenn nicht sogar fehl am Platz wirken, andere wiederum heben ihn positiv hervor und können sich bei den teilweise echt ulkigen Szenen kaum auf dem Stuhl halten.

Auf jeden Fall positiv hervorzuheben ist aber der stets passende Einsatz jener komödiantischer Einlagen, begehen doch viele Anime den Fehler, ernste Szenen durch einen schlechten Witz auflockern zu wollen und den Moment damit vollständig zu zerstören. Nicht so Dr. Stone. Dieser Anime weiß, wann er sich eine solche Auflockerung erlauben kann und wann er den Fokus lieber auf etwas anderes richten sollte, damit eine Szene ihre gewünschte Wirkung nicht verliert.

Na, neugierig geworden? Dann mal schnell auf zu Crunchyroll! Die versorgen euch jeden Freitag um 16:30 Uhr mit einer neuen Folge des steinharten Survival-Adventures!

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