©Aka Akasaka/SHUEISHA, PROJECT KAGUYA

Die weltweite COVID-19-Pandemie zieht auch an der Anime-Branche nicht spurlos vorbei – in der japanischen Presse äußerten sich nun Mitarbeiter von Studios über die aktuelle Situation.

Im Februar 2020 verbreitete sich der schon seit Ende des Vorjahres in China grassierende Erreger SARS-CoV-2 über die ganze Welt und sorgte für eine globale Pandemie, die zahlreiche Einschränkungen in sämtlichen Lebensbereichen nach sich zog.
Unzählige Branchen litten unter den Auswirkungen der Krankheit COVID-19 – auch die Anime-Industrie ist von der Welle betroffen und verschob in den vergangenen Monaten zahlreiche Filme und Serien aufgrund von coronabedingten Produktionsschwierigkeiten.

Die Zeichnungen in einem Anime werden bei der »2nd Key Animation« oder vom Animationsregisseur korrigiert, um einen konstanten Zeichenstil zu gewährleisten. | © 「SHIROBAKO」製作委員会

Nun gaben Insider aus der Branche dem japanischen Newsblog »Mantan-Web« einen Einblick in die Probleme, denen sich Studios aktuell stellen müssen: Die Produktion von Anime würde derzeit doppelt so lange dauern wie bisher.
Der Mitarbeiter einer Produktionsfirma, die Ende März auf Arbeit aus dem Home Office umgestiegen ist, sprach davon, dass »es sehr schwer sei, in Heimarbeit gute Qualität zu gewährleisten«.
Es gebe viele Studios, die Anime immer noch analog anfertigen und die Zeichnungen im Laufe des Produktionsprozesses digitalisieren. Bei Arbeit aus dem Home Office würden Korrekturen auf diese Art und Weise mehr Zeit in Anspruch nehmen. Die Mitarbeiter seien an persönliche Besprechungen gewöhnt.

Auch die Synchronstudios haben unter der Corona-Krise zu leiden: Während hierzulande die Sprecher in der Regel alleine in die Kabine stehen, sind in Japan gemeinsame Aufnahmen mit bis zu zehn Personen Gang und gebe.
Laut einem Insider sei dies nicht mehr möglich und mit dem erforderlichen Mindestabstand würden nunmehr gerade einmal drei Performer gleichzeitig im Studio Platz finden. So brauchen Aufnahmen dreimal so lange wie üblich – Zeit, die auch der Regisseur des Animes zusätzlich aufbringen muss.

COVID-19: Alle Anime-Verschiebungen im Überblick

Laut Mantan-Web gebe es erste Stimmen, die berichten würden, dass sich die Situation zunehmend normalisiere, die Schwierigkeiten aber trotzdem noch eine Weile andauern würden.
Während der Corona-Krise zeigen sich mit Personalmangel und viel zu eng gestrickten Zeitplänen die grundlegenden Probleme der Anime-Industrie, denen sich nur große Studios entziehen können.
Einige Insider vermuten, dass die Corona-Krise was das angeht für einen Umbruch sorgen könnte.


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