© ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Wie jede Woche flimmerte gestern eine neue Episode des beliebten Superhelden-Epos One-Punch Man über die japanischen Fernseher und deutschen Simulcast-Plattformen. Wir haben die Folge für euch auf Herz und Nieren geprüft und auf die tiefere Bedeutung der Handlung analysiert!

Die zweite Staffel rund um die Abenteuer des (im wahrsten Sinne des Wortes) einschlägigen Helden Saitama hat nun fast die Halbzeit erreicht und gleicht die Schwächen in der Optik, die sich bereits vor Start der Serie angekündigt haben, mit seinem durchdachten Plot und großartiger Comedy, wie wir schon in unserer Analyse zu den ersten vier Folgen beobachten konnten, solide aus.

Wir haben uns die neueste Episode angeschaut und in den Kontext der Serie eingeordnet, um euch zu berichten, welche Lehren der Autor ONE in seinem Meisterwerk verarbeitet hat!

Ist die Heldenvereinigung wirklich so heldenhaft?

Schon in der ersten Staffel hat es sich angedeutet, die zweite macht absolut keinen Hehl daraus: Die Heldenvereinigung, angeblich eine Organisation zum Schutze der Menschheit vor bösartigen Monstern, ist nicht ansatzweise so edel, wie es zunächst scheint und birgt einige finstere Geheimnisse.

Die eigensinnige Denkweise einiger Helden stellt für die Menschheit ein gewaltiges Problem dar. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Nicht nur scheinen die Helden mehr auf ihren persönlichen Rang und den damit verbundenen Prestige samt dazugehörigen Merchandise bedacht, als auf die tatsächliche Rettung von Menschen, auch sind die hohen Tiere der Organisation ziemlich dekadent, wie wir es in der letzten Folge am verwöhnten Beispiel des Vorstandsvorsitzenden Narinki beobachten durften.

Folge 05 setzt die Geschichte um den Angriff von Häuptling Hundertfuß, Rhino Wrestler und Phoenix Man fort, in dem relativ schnell klar wird, dass die Helden ihren Angreifern nur wenig entgegenzusetzen haben, deren Vorgehen sich im Gegensatz zu ihnen sehr strukturiert und organisiert gestaltet.

Die Monster machen sich eine gigantische Sicherheitslücke in der Organisation der Helden zunutze und bringen die Vereinigung dadurch ordentlich in die Bredouille, da sie ihr Ziel aus Überzeugung und einem ehrlichen Antrieb verfolgen, statt sich wie ihre Feinde mit zweideutigen Motiven in Selbstgerechtigkeit zu baden.

Im Gegensatz zu den »Rettern der Menschheit« machen die Monster ihre Motive direkt klar und verfolgen sie ehrlich und aufrichtig. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Sie haben ein ehrliches Ziel, das sie erreichen wollen und sind drauf und dran, die Welt zu verändern, während die Heldenvereinigung in erster Linie ein Geschäft ist, das wahrscheinlich völlig auf die Sicherheit der Bürger pfeift.

Garo und sein Ziel

Die Ehrlichkeit, die die Monster bei ihrem Vorgehen an den Tag legen, ist wahrscheinlich auch für Garo ein Grund, sich eher auf der Seite der Ungetüme, statt auf der derer zu sehen, die sie bekämpfen. Im Inneren ist Garo nämlich nicht der klassische Bösewicht, der blind draufloß wütet und dessen einziges Ziel eine Schneise der Zerstörung ist, sondern folgt einer ganz eigenen Moral.

Denn als in der Konfrontation mit Metal Bat plötzlich dessen kleine Schwester herbeistürmt, um ihren Bruder vom Kämpfen abzuhalten und vor dem sicheren Tod zu bewahren, räumt Garo sie nicht aus dem Weg, sondern tritt den Rückzug an – anscheinend möchte er keine Unbeteiligten verletzen.

Todesmutig beschützt seine kleine Schwester Metal Bat vor dem übermächtigen Garo. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Sein Hass richtet sich also wirklich ausschließlich gegen die Helden, sowie ihre Verlogenheit und Unfairness gegenüber der Monster, statt gegen die Menschheit allgemein. Nach seiner Moral ist es kein Problem, die verhassten Gerechtigkeitskämpfer aufzumischen, doch möchte er alle anderen Personen so gut es geht heraushalten, selbst wenn sich diese eher mit den Helden solidarisieren.

Das macht Garo ebenfalls zu einem sehr ehrlichen und vor allem tiefgründigen Charakter, da es sich bei ihm nicht bloß um einen typischen Superbösewicht, sondern ein Individuum handelt, das schlicht und ergreifend seine Ziele verfolgt.

Fazit – eine moralische Zwickmühle

Helden sind gut, Bösewichte sind schlecht. Ein Großteil der Menschen wird diesen Grundsatz wohl als selbstverständlich ansehen, doch zeigt One-Punch Man 2, dass jedes Licht auch Schatten wirft und die augenscheinlichen »Bösewichte« auch über menschliche Seiten verfügen. Natürlich ist weder das Vorgehen der Monster, noch das von Garo gut zu heißen, doch lässt sich den Charakteren im Gegensatz zu »den Guten« keine Hinterhältigkeit andichten und sie handeln aus ehrlicher Überzeugung.

… und während alldem gibt sich Saitama beim großen Martial Arts-Turnier immer noch als Charanko aus. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Was das für die Story bedeutet und wie die ausgesprochen spannende Situation, in der die Monster und ihre Ideale nicht auf die in ihrer Heldenrolle gefangenen Superhelden, sondern den unbegeisterten Saitama treffen, und ob die Situation sich für Menschheit doch noch zum Guten wenden kann, bleibt abzuwarten.

Jetzt seid ihr gefragt!

Was haltet ihr von der fünften Episode von One-Punch Man? Steht ihr auf der Seite der Monster oder auf der der Heldenvereinigung?

Schreibt es uns in die Kommentare!

2
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
2 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
2 Kommentatoren
KuroMandrakeLuee Ryuzaki Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Luee Ryuzaki
Gast
Luee Ryuzaki

Macht mal bitte das gleiche bei Kimetsu no Yaiba

KuroMandrake
Gast
KuroMandrake

An für sich bin ich bei OPM 2 für das Gute, aber die Sichtweisen die du hier erklärst, sind sehr direkt und zeigen eben das nicht alle Schurken (siehe Garou) auch wirklich böse sind. 😉 Finde ich auf jeden Fall einen sehr guten Denkansatz das es nicht so ist wie es scheint mit der Heldenvereinigung. 🙂