© Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Nach dem großen Paukenschlag der letzten Woche erfahren wir in der aktuellen Attack on Titan-Folge einiges über Grishas mysteriösen Retter und dessen tiefgründige Motive – wir haben die Episode für euch analysiert!

Nachdem der gewaltige Schock der letztwöchigen Attack on Titan-Episode rund um die Hintergründe der Titanenwelt verdaut ist, werden wir diese Woche Zeuge eines intensiven Gesprächs mit Grishas mysteriösem Retter und dem Träger der Macht des attackierenden Titans, Eren Krüger.

Dabei schließt sich der Kreis und der Anime kehrt auf der Meta-Ebene erneut zu seiner Grundthematik der Schuld zurück – und ob es Ziele gibt, die es rechtfertigen, ebendiese auf sich zu laden.

Eldia gegen den Rest der Welt

Der Schock sitzt nicht nur bei uns, sondern auch bei den Mitgliedern des Aufklärungstrupps tief, als diese erfahren, dass die bislang ihre komplette Welt bildenden Mauern in Wahrheit nur ein winzig kleines Bruchstück der Weltkarte ausmachen und außerhalb der »Paradies« genannten Insel die unterdrückerische Gesellschaft der Marley herrscht.

Für Königin Historia und die anderen hohen Tiere der Mauernzivilisation ist nun eine Menge Hirnschmalz gefragt. | © Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Doch diese Hiobsbotschaft ist noch nicht alles, woran Eren und co zu knabbern haben: Ymirs Fluch schränkt die voraussichtliche Lebenszeit der Titanenwandler stark ein und so bleiben ihm vermutlich nur noch knapp acht Jahre zu leben. Acht Jahre, um seinen Traum zu verwirklichen und die seinem Volk von seinen Unterdrückern auferlegten Fesseln zu zerschlagen.

Eren bleiben nur noch knapp acht Jahre, Armin dreizehn – bis dahin müssen sie Marley gestürzt oder ihre Titanenkräfte weitergegeben haben. | © Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Viel Zeit für Bestürzung und Verwunderung bleibt also nicht und es gilt, einen kühlen Kopf zu bewahren und fleißig Pläne zu schmieden, um Marleys rassistisches Regime ein für alle mal zu stürzen und der Welt Freiheit zu schenken. Während sich in der ersten Hälfte von Attack on Titan 3 Politik und Action also noch eher getrennt voneinander abspielten, steht wohl nun eine verheerende politische Schlacht eines Ausmaßes an, das es so im Attack on Titan-Universum noch nie gegeben hat.

Zwei Männer – eine Mission

Nachdem sich am Ende der letzten Folge der Soldat Eren Krüger überraschend als die »Eule« entpuppte und die Gendarmerie in Form des attackierenden Titans ohne Probleme ausmerzte, gibt es natürlich erst mal einigen Erklärungsbedarf.

Im Laufe seiner Ausführungen über Vorgehen, Motivationen und Ziele entpuppt sich Erens abgeklärtes und cooles Äußeres jedoch nur als eine Fassade, denn in Wahrheit herrscht auch in ihm ein tiefgehender, innerer Konflikt. Jahrelang hat er, ohne mit der Wimper zu zucken zahlreiche Eldian exekutiert um seine scheinbare Stellung bei den Marley aufrecht zu erhalten.

Als Grisha gemeinsam mit seiner Schwester die Mauern ihres Heimatbezirks überwandt, stand für Eren schon fest, dass er ihm seine Mission auferlegen würde. | © Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Dabei ist er sich wohl bewusst, dass seine Taten verwerflich waren: Doch genau wie er als Kind den Tod seiner Eltern mucksmäuschenstill aus dem Wandschrank beobachtete, fühlte er sich auch bei seinen eigenen Grausamkeiten wie ein passiver Beobachter – die einzige Möglichkeit der Psyche, den Zwang zu unmenschlichen Taten zu verarbeiten.

Doch nichtsdestotrotz plagen Grishas Retter gewaltige Gewissensbisse, die er vor sich selbst nur damit rechtfertigen kann, mit seinen Handlungen nur die Zahnräder auf dem Weg zu einem größeren Ziel in Gang gebracht zu haben. Diesen Konflikt wird wohl jeder Soldat fühlen, der auf dem Schlachtfeld für ein scheinbar größeres Ziel Menschenleben opfert. Die Frage danach, ob diese dämonischen Taten das, wofür er kämpft, wirklich wert sind.

Bei seinem ersten Treffen mit Grisha hätte Keith wohl nie dessen erschreckenden Hintergrund geahnt … | © Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Diese Fragestellung schmiegt sich großartig an die militärische Grundstimmung in Attack on Titan an und lässt den Anime zu einer interessanten Satire am Soldatenstolz werden. So bleibt nur noch die Frage zurück, ob Opfer ein notwendiges Übel, um die Welt zu verändern, oder vermeidbar sind. Eine Frage, die wohl jeder für sich selbst beantworten muss, die aber gerade in Anbetracht des herannahenden Krieges gegen Marley so relevant ist wie nie.

Fazit – alle Weichen stehen auf Kampf

Es grenzt schon fast an Sadismus, dass gerade einmal einzige Folge bleibt, bis wir uns vorerst wieder von der Attack on Titan-Welt verabschieden müssen. Ausgerechnet zum Ende der Staffel ziehen die Produzenten noch einmal alle Register und verdicken die Luft zu einem spannungsgeladenen Vakuum.

Mit den neuen Episoden ergeben die verstörenden Illustrationen aus dem Ending der zweiten Staffel plötzlich einen Sinn. | © Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Eines steht jedoch fest: Egal, was uns hinter dem aktuellen Wendepunkt erwartet, es wird in jedem Fall groß, gewaltig und fesselnd. Die einst als unscheinbare Action begonnene Titanen-Story überzeugt durch eine gewaltige Komplexität und Einfallsreichtum, sodass sich die aktuelle Staffel nicht umsonst ihren angesehenen Status als bisher bester Teil der Serie verdient hat.

Jetzt seid ihr gefragt!

Was haltet ihr von der neuen Attack on Titan-Folge? Und was glaubt ihr, wie und ob sich die Eldian aus der Unterdrückung Marleys befreien können?

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habsgleich
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habsgleich

Ich hab echt am Ende Dumm aus der Wäsche geguckt als Eren ( der Freund von seinem Vater) meinte “mich würde es Interessieren was mit Mikasa u. Armin passiert” wtf??? hab ich irgendwas verpasst???

Lenny
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Lenny

Glaube das irgendwie alle Erinnerungen mit diesen Pfad was Eren meinte verbunden ist. Der Pfad der zum Urtitanen führt.

Philipp
Gast
Philipp

Nein hast du nicht. Das war Absicht. Es gibt eine Theorie, nach der die Fähigkeit die Erinnerungen zu sehen auch in die andere Richtung geht bei Eren (also die Zukunft sehen). Man erinnere sich, dass Eren (unser Hauptcharakter) schon mal gesehen hat wie seine Mutter gefressen wird, bevor es passiert ist. Wie genau aber dadurch jetzt eine Verbindung zustande kommt, kein Plan. Das könnte mit der allgemeinen Verbindung von Ymirs Volk zusammen hängen und dadurch das Eren grundsätzlich irgendwie anders (oder besonders ist). Auch möglich ist, dass Eren irgendwie die Fähigkeit besitzt seine Erinnerungen in die Vergangenheit zu schieben, wenn… Weiterlesen »

habsgleich
Gast
habsgleich

@philipp, ok das wer echt krass, wenn er das auch in andere Richtung lenken kann!