© Kisetsu Morita / SB Creative Corp.

Ein altes Sprichwort besagt »Arbeit macht das Leben süß«. Dass das nicht immer der Fall ist, zeigt uns Hexe Azusa in der Light Novel »Ich habe 300 Jahre lang Schleim getötet«! Wir haben für euch reingeschmökert!

Während das Format der Light Novel in Japan weiterhin massive Erfolge verzeichnet, haben die »Anime-Bücher« in Deutschland eher einen schweren Stand. Doch der Manga-Publisher Altraverse hat sich zum Ziel gesetzt, die Prosa-Geschichten aus der Otaku-Welt an den Mann zu bringen, und fährt nun seine nächste Wunderwaffe im Krieg um den Status der LNs mit dem platzsparenden Namen »Ich habe 300 Jahre lang Schleim getötet und aus Versehen das höchste Level erreicht« auf!

Dabei handelt die Geschichte diesmal nicht von wagemutigen Abenteurern oder wobbeligen Schleimen, sondern von einer Hexe, die sich ebendieser entledigt, um ein entspanntes und angenehmes Leben zu führen! Ob das über 288 Seiten überzeugen kann und ob interessierte Leser lieber zum parallel veröffentlichten Manga greifen sollen, erfahrt ihr jetzt!


Alle Infos zu »Ich habe 300 Jahre lang Schleim getötet und aus Versehen das höchste Level erreicht«!

Originaler Titel: Slime Taoshite 300-nen, Shiranai Uchi ni Level MAX ni Natteshimatta
Genre: Fantasy, Abenteuer, Comedy, Slice of Life
Verlag: Altraverse
Mehr Infos: Beschreibungen und Preise
Story: Kisetsu Morita
Illustrationen: Benio
Original erschienen bei: SoftBank Creative
In Japan erschienene Bände: 13 (laufend)
Deutscher Rhythmus: Unbekannt


Darum geht es in »Ich habe 300 Jahre lang Schleim getötet und aus Versehen das höchste Level erreicht«!

© Benio

Azusa Aizawa ist eine typisch-japanische Büroangestellte und somit ein festes Zahnrädchen im fernöstlichen System des Leistungsdrucks und der Überarbeitung. Als die Strapazen des Alltags die junge Frau eines Tages überwältigen und sie das Zeitliche segnet, gewährt ihr die Göttin aus Mitleid ein zweites Leben als unsterbliche Hexe in einer fantastischen Fantasy-Welt!

Nachdem Azusa es sich in einem Haus in den Bergen gemütlich gemacht hat, beginnt sie, sich mit dem Töten von Schleimen ein kleines Taschengeld dazu zu verdienen – und levelt sich über 300 Jahre hinweg damit versehentlich aufs Maximum! Da ein Leben als übermächtige Magierin jedoch Abenteurer noch und nöcher auf dem Plan ruft und sie fürchtet, in einen ähnlichen Stress zurückzurutschen wie in der realen Welt, versucht sie ihr Geheimnis zu verbergen. Gar nicht so einfach, wenn sich die Legende von der »Hexe der Hochebene« schon im ganzen Land herumgesprochen hat …


Probier’s mal mit Gemütlichkeit!

© Benio

Seit dem massiven Erfolg von Reihen wie »Re:Zero«, »Meine Wiedergeburt als Schleim in einer anderen Welt« oder »KonoSuba« häufen sich gerade im Light Novel-Bereich die Geschichten mit »Isekai«-Settings: Storys um einen normalen Protagonisten, der (häufig nach seinem Tod) in eine exotische Fantasy-Welt gerät, wo er sämtliche Genüsse nachholen kann, die ihm zu Lebzeiten vorenthalten geblieben sind.

Das Konzept dieser Geschichten ist häufig schon in seinem Aufbau Therapie für die alltagsgeplagte Leserschaft – so auch im Fall von »300 Jahre«, die gar keinen Hehl daraus macht, nicht nur Protagonistin Azusa, sondern auch euch einen Kontrast zum grauen Alltagstrott bieten zu wollen. So verbreitet die Geschichte die Botschaft »Arbeite nur so viel, wie du kannst! Nichts rechtfertigt es, sich zu Tode zu schuften«, doch vermittelt diese weniger wie die Worte eines strengen Lehrers, sondern eher wie der freundliche Rat eines guten Freundes. So zieht Azusa in der Fantasy-Welt immer wieder Parallelen zu ihrem Leben als Büroangestellte und versucht folgerichtig Fehler aus ihrem einstigen Tagewerk zu vermeiden.

Inhaltlich drehen sich die einzelnen Kapitel zu Anfang meistens darum, wie sich Azusa mit den Herausforderungen des Alltags als Hexe rumschlägt und nach und nach ihr Leben aufbaut. Hier schafft die Novel es perfekt, trotz einer unaufgeregten und gemächlichen Erzählung den Grad in Richtung Langeweile nicht zu überschreiten, während sich nach und nach verschiedene übernatürliche Kreaturen zu Azusas Haushalt dazugesellen, was etwas an den Slice of Life-Hit »Miss Kobayashi’s Dragon Maid« erinnert.

Deren Charaktereigenschaften sind dem stereotypenerfahrenen Anime-Fan bereits bekannt, doch die Bindung zu Azusa schafft trotz dessen immer wieder witzige Situationen, sodass die Novel ihren eigenen Charme behält. Im späteren Verlauf des ersten Bandes schlägt die Geschichte in eine etwas spektakulärere Form um, was ihr nicht ganz so gut zu Gesicht steht wie die meditative Erzählung zuvor, wird von ihrer sympathischen Hauptfigur aber weiterhin getragen.


Balsam für die Seele

© Benio

Der Erzählstil von »300 Jahre« lässt sich passend zum Tonus der Story als entspannt und meditativ beschreiben. Wie bei Light Novels üblich in mundgerechte Sätze verpackt, erzählt Azusa die Perspektive aus ihrer Geschichte und erkämpft sich in inneren Monologen mit ihrer sanften, weisen und vernünftigen Persönlichkeit die Gunst des Lesers.

Die übermäßig detaillierten Beschreibungen, die zahlreiche Light Novel-Titel ausbremsen und das Leseerlebnis schnell in Frust überschwenken lassen können, gibt es bei »300 Jahre« so gut wie gar nicht – stattdessen wird die Story in einem angemessenen Tempo erzählt.

Der Zeichner Benio steuerte zu der Geschichte hübsche Charakterdesigns bei, die trotz ihres Moe-Faktors erwachsen und durchaus realistisch wirken. Dabei gestalten sich die häufig vorkommenden Illustrationen jedes Mal enorm detailreich.


Manga oder Light Novel?

© Kisetsu Morita / SB Creative Corp.

Zeitgleich zur Veröffentlichung der Original-Novel stellt Altraverse auch die Manga-Adaption zu »300 Jahre« vom Zeichner Yusuke Shiba in die deutschen Regale. Diese gestaltet sich in ihrer Aufmachung nicht nur einen ganzen Tacken knuddeliger als ihre Vorlage, sondern erzeugt durch typisch-aufgedrehte Comedy-Manga-Elemente auch eine deutlich explosivere Atmosphäre als das Original, das sich mehr auf Azusas Innenleben als auf die Comedy konzentriert.

Wer entspannende Pauselektüre zum Abschalten sucht, sollte also lieber zur Light Novel greifen – wer Lust auf einen Lacher hat, krallt sich den Manga. Beide Werke bringen eigene Stärken und Schwächen mit und können problemlos parallel zueinander gelesen werden.


Ich habe 300 Jahre lang Schleim getötet und aus Versehen das höchste Level erreicht
Original
Deutsche Umsetzung

Wir bedanken uns herzlich bei Altraverse für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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Jetzt seid ihr gefragt!

Findet ihr Light Novel oder Manga zu »300 Jahre« besser? Und was würdet ihr in einer Fantasy-Welt bevorzugen – ein ruhiges Leben oder ein spektakuläres Abenteuer?

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Tai

Moin,

ich würde es begrüßen wenn es mehr Light Novels zu uns nach Deutschland und übersetzt schaffen würden. Im Gegensatz zu Manga finde ich das in den LN viel mehr Geschichte erzählen kann und die wenigen Bilder reichen da komplett aus um sich in allen hinein zu versetzten.
gerade im Moment lese ich noch die LN zu “in another world with my smartphone” und bin aleine schon der Meinung das mann dass alles was in so einem Medium gepackt wird nur schwer als Manga oder Anime umsetzten kann, da es eine unglaubliche Menge ist.
Leider sind momentan viele LH auf English oder haben nicht mal ansatzweise eine Übersetzung bekommen.
Ist irgendwie genau wie die Kindel-Version eines Manga…..es kommt nur schleppend voran aber es würde eine noch teils nicht zählbare Anhängerschaft finden wenn es nur besser vermarktet werden würde. Am meisten würde es mich aber interessieren ob es noch andre Publisher gibt die Interesse an so einen Schritt haben und was das ganze kosten würde. Momentan latzt mann ja zwischen 7-9€ (Teilweise sogar bin 11€) für eine englishe Version einer LN…..aber wenn man bedenkt das in einer Volume so an die 3-5 Manga Stecken ist das alle Male das Geld wert.

Und nur so als Tipp für alle Japan-reisenden: Kauft euch unbedingt mal ne originale Version einer Light Novel, da kommt ihr echt ins stauben.

Zur andren Frage: ich persönlich würde mir so ein Mix-Leben vorstellen. Völlig zwanglos und ohne Stress durch die Welt reisen und ab und zu mal dem Anschlagbrett einer Gilde nen Besuch abstatten. Hauptsache nicht gleich zu Beginn Overpowered sondern Logisch from Zero to hero xD

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