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Kinderfilme, Hentai und stumpfe Prügeleien – fragt man die Generation ü40 nach dem Thema Anime, wird man in den meisten Fällen wohl eines dieser drei Vorurteile als Antwort bekommen. Wir haben drei Titel rausgesucht, mit denen ihr eure Eltern von Anime als ernst zu nehmende Kunstform überzeugen könnt!

Nachdem der große Otaku-Boom in den 80ern Anime als Medium im Land der aufgehenden Sonne gefestigt hat, griff die Anime-Welle im Laufe der 90er auch im Westen allmählich um sich – ungefähr zehn Jahre zu spät, um von der aktuellen Elterngeneration noch mitverfolgt zu werden! Diese hat dank einer recht dünnen deutschen Comickultur ein recht klares Bild von Zeichentrick als Kinderkram vor Augen. Was japanischen Filme angeht, sind diese entweder etwas merkwürdige Fantasiegeschichten für die Kleinsten oder mit … nennen wir es »illustren Damen« geschmückt.

So oder so ähnlich lauten Boomer-Statements zum Thema Anime und auch, wenn nicht jeder ein fanatischer Anhänger unserer Lieblingskunst sein muss, ist es schade, wenn ein so vielfältiges Medium auf einige Ausprägungen beschränkt wird.

Deswegen haben wir heute drei allgemeinverträgliche »Elternfavoriten« für euch, mit denen ihr eure Familie, Partner oder Freunde von der Ernsthaftigkeit des Mediums überzeugen könnt!


your name

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Darum geht es in your name

Oberschüler Taki lebt ein turbulentes Leben aus buntem Treiben zwischen den mausgrauen Häuserschluchten Tokyos – wenn er nicht gerade für die Schule büffelt, trifft sich der architekturinteressierte Junge mit seinen Freunden oder bessert mit seinem Teilzeitjob in einem italienischen Restaurant sein Taschengeld auf. Viele Kilometer entfernt wächst hingegen die junge Mitsuha in der lauschigen Umgebung eines beschaulichen Bergdörchens auf und sehnt sich nach nichts mehr als nach dem aufgeweckten Puls der Großstadt.

Auf dem Höhepunkt ihrer Jugend passiert den beiden Jugendlichen schließlich etwas Sonderbares – in einer Reihe von merkwürdigen Träumen erwacht Mitsuha stets im Körper eines tokyoter Jungen, während Taki sich im Schlaf als ein gewisses Dorfmädchen wiederfindet. Was steckt wohl hinter dem nächtlichen Körpertausch und verbindet die beiden vielleicht mehr als nur das rote Band des Schicksals?

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Das macht den Anime besonders!

Der erfolgreichste japanische Film aller Zeiten erzählt eine bodenständige Geschichte, die ganz genau so auch als Realfilm funktionieren könnte und nichts von der surrealen Überdrehtheit mitbringt, die ältere Semester gerne an Anime kritisieren. Dank Makoto Shinkais üblichem Regiestil ist die Welt von your name in atemberaubende Panoramen, wunderschöne Farben und detailreiche Animationen verpackt, die zum Staunen anregen und die Stärken des Mediums gut demonstrieren! So sehr, dass selbst die Tagesschau sich nicht für einen Beitrag zum Anime-Meisterwerk zu schade war!

Falls ihr gemeinsam mit euren Liebsten in die Welt von your name eintauchen wöllt, könnt ihre das in Streamingform bei Netflix tun! Fürs heimische Regal liefert Publisher Universum Anime den Film in mehreren Varianten auf Blu-ray und DVD!


A Silent Voice

©YK/SVM

Darum geht es in A Silent Voice

Kinder können bekanntlich grausam sein: Als die gehörlose Shouko an eine neue Grundschule wechselt, beginnt für die Kleine eine Zeit des Terrors und der Trauer. Denn obwohl sie sich bloß mit den anderen anfreunden möchte, wird sie von Shouya und seiner fiesen Truppe gehänselt, bis das Mobbing schließlich überhand nimmt und Shouko die Schule verlassen muss. Als schließlich ein Schuldiger gesucht wird, lassen Shouyas Freunde den Rabauken hängen und er selbst findet sich am Anfang einer höllischen Mittelschulzeit.

Nun ist Shouya ein Oberschüler und voller Reue für die Taten von damals. Um seiner Mutter den Preis für die zerstörten Hörgeräte zu erstatten, arbeitet er auf Teilzeit und tut Buße, wo er nur kann. Als er sich schließlich dazu durchringt, seinem Leben ein Ende zu setzen und Shouko für eine letzte Entschuldigung aufzusuchen, wird plötzlich alles anders. Denn langsam formt sich ein Draht zu der mittlerweile bildhübschen Taubstummen, der nach und nach zu waschechten Gefühlen heranreift …

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Das macht den Anime besonders!

Gefühlvoll und erwachsen arbeitet A Silent Voice diverse Vorurteile gegen eingeschränkte Personen auf und stellt sich tapfer der schwierigen Thematik der Inklusion! Neben diesem harten Tobak inszeniert K-On-Regisseurin Naoko Yamada beim legendären Studio Kyoto Animation jedoch nicht mehr und nicht weniger als ein wunderschönes Jugenddrama über das Erwachsenwerden, Reue und Vergebung. Dank des klassischen KyoAni-Stils verwandelt sich der Alltag zwischen Shouya und Shouko zu einer wunderschönen Märchenszenerie und hebt mit emotionaler Charakteranimation hervor, warum sich das Medium Anime für eine Geschichte wie A Silent Voice besonders gut eignet …

A Silent Voice ist für euch im Stream beim Anbieter Anime on Demand verfügbar. Für den Disc-Release war hingegen der Publisher Kazé zuständig.


I want to eat your pancreas

© Your Pancreas Anime Film Partners

Darum geht es in I want to eat your pancreas

Die Geschichte nimmt wie so oft mit der Begegnung zwischen Junge und Mädchen ihren Anfang – doch laufen sich die beiden Protagonisten der Geschichte nicht etwa bei Sonnenuntergang am Strand oder unter einem Feuerwerk über den Weg, sondern im Krankenhaus. Hier erfährt unser Hauptcharakter von der tödlichen Krankheit seiner lebensfrohen Klassenkameradin Sakura, die ihr Todesurteil jedoch auf die leichte Schulter zu nehmen scheint und es in ihrer restlichen Zeit auf Erden lieber noch mal so richtig krachen lassen will!

Da kommt die Anwesenheit ihres gelangweilten und isolierten Mitschülers gerade recht und so beginnen die beiden, Sakuras restliches Leben Seite an Seite zu verbringen. Doch je weiter sich das Band spinnt, desto mehr Verwirrung macht sich breit – ist das zwischen ihnen Liebe? Freundschaft? Oder einfach nur eine tiefe Sympathie?

Je tiefer der Protagonist in die Psyche seiner neuen Freundin eindringt, desto mehr entdeckt er ein trauriges und verzweifeltes Mädchen, das auf keinen Fall sterben will …

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Das macht den Anime besonders!

Basierend auf dem gleichnamigen Roman erzählt I want to eat your pancreas eine Geschichte über tödliche Krankheiten – ein Thema, mit dem sich wohl niemand so gerne konfrontiert, das für die meisten von uns jedoch früher oder später unausweichlich wird. Mit dem Kontrast zwischen Comedy und Drama, kindlich-verspielter und niederschmetternd-düsterer Inszenierung und den beiden grundverschiedenen Hauptcharakteren repräsentiert die Stimmung des Films beinahe Sakuras Leiden selbst.

I want to eat your Pancras ist harter Stoff und kein Film, den man sich für einen gemütlichen Filmabend mit Freunden heraussucht. Jedoch demonstriert er, welche künstlerische Macht im Medium Anime steckt und zeigt Genreskeptikern, dass Zeichentrickfilme aus Fernost sehr wohl mindestens genau so tiefgründige Themen aufgreifen können wie Hollywoodproduktionen.

I want to eat your Pancreas ist beim Publisher Peppermint Anime auf Blu-ray und DVD erschienen – zum Streamen steht der Film aktuell noch nirgendwo bereit.


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René L.

Sind alle drei Filme toll und sind meine liebsten Anime Filme ;D Bin aber auch schon sehr auf Weathering With You gespannt ^^

Lenol

Same. Die Kinotickets sind schon gekauft.

YukkiGraurock

Ja, das sind alle wirklich, wirklich gute Filme. I want to eat your pancreas hätte ich sogar auf Disc(das ist für mich eher ungewöhnlich, da ich mir nicht allzu viel leisten kann) und ich bin mir sicher meine Eltern würden sie auch mögen, aber dafür müssten sie erstmal bereit sein sie anzuschauen. Aber das wollen sie auf biegen und brechen tunlichst vermeiden. Es stört sie zwar nicht, dass ich es schau (obwohl mein Vater es erst akzeptieren musste und immer noch viele Vorurteile hat), aber sie können sich nicht darauf einlassen.
Sowas nervt mich tierisch.

XamLetsPlay

Ja, ist wirklich schade, das gerade so viele irgendetwas dagegen haben. Ich meine ich kann es teilweise verstehen, wenn ich mir einen Anime anschaue und mir dann denke, alter was schau ich hier für ein Müll! Egal nächste Folge! :3
Es ist halt leider eine Sache der Gewöhnung. Zum einen muss man sich an die Eigenheiten der Anime gewöhnen, zum anderen muss man von dem Gewohnten, meist amerikanische Serien, weg kommen (im Sinne von, nicht nur daran hängen, sondern auch mal weg davon, neues anschauen)

habsgleich

alle drei top, stehen auch alle drei in meinem Regal^^ …muahahaha…

Ralf W

alles drei tolle Filme. Mich hat A silent voice am meisten beeindruckt. Ich brauch nur die Anfangsmelodie hören und krieg sofort glasige Augen. Bei uns ist es übrigens anders, ich bin Vater ( Ü 40) und meine Kinder interessieren sich leider gar nicht für Anime. Sowas gibts auch😁!

XamLetsPlay

Da hat wohl die Erziehung versagt… (Ist ein Spaß bitte nicht ernst nehmen xD)
Ich bin mir sicher wenn du dich anstrengst und die passenden Anime heraus suchst, schaffst du es auch sie zu überzeugen! xD

Philipp Phan

Hmm, generell finde ich, dass Anime-Filme leichtere Kost sind für Einsteiger als die meisten Serien. Ich denke für Einsteiger könnte man so einige Ghibli-Filme aufzählen, da sie sich nicht auf allzu viele Anime-Tropes verlassen und relativ gut ausbalanciert sind.
(Bei Anime mit zu vielen Tropes wie z.B. Symphogear oder Food Wars erntet man meist leider bloß fragende Blicke.) (>~<)
Erwähnenswert finde ich noch Hosoda Mamoru-Filme, da in vielen seiner Filme das Thema Familie wichtig ist. So kann man zumindest einige Familienmitglieder bei einem gemeinsamen Filmabend ködern. 😉
Gute Serien für Einsteiger sind vielleicht noch FMA, Death Note oder Aldnoah.Zero wegen ihrem relativ schnellen Einstieg in die Handlung der Serie und diese durch den Protagonisten stark angetrieben werden. Ansonsten sind die Geschmäcker verschieden, also einfach etwas passendes Raussuchen und mehr potenzielle Gläubi… – Animeinteressierte gewinnen. (^.^)

Ami

Habe alle mit meinen Eltern geguckt, Your Name wurde sogar der Lieblingsfilm meiner Mum und sie hat sich sogar den Roman gekauft :D.

Sango

Habe meiner Mutter (59) sowohl a Silent voice als als auch Your name gezeigt. Sie ist eigentlich nicht so der Anime Fan. Aber besonders von a Silent Voice war sie wahnsinnig begeistert. Bei Your name fand sie die Songs so schön, dass sie zur Instrumentalversion von Sparkle was mit ihrer Grundschulklasse für einen Gottesdienst eingeübt hat. Ich würde sagen Missionieren hat geklappt xD

XamLetsPlay

Ähm, ja… Ich will ja nichts dazu sagen, aber ohne diesen Artikel zu kennen, hab ich schon mal ganz gut angefangen. Ich hab es geschafft meine Mutter (ü40) für Anime zu begeistern, indem ich ihr Anfangs ein Buch gegeben habe (Sword Art Online, mein Lieblings-Anime), weil sie keine Serien etc. schaut und hab sie so, dann doch auf den Anime heiß gemacht :P. Bei ihrem Freund (ü50) bin ich da ein bisschen anders vor gegangen. Einmal zu Your Name. überredet, er war fasziniert davon und dann war er offen für weiteres. Mit Wheatering with you, ein Anime der es auch verdient hätte auf dieser Liste zu stehen, hab ich ihn dann endgültig bekommen, auch wenn er weiß, das von der Qualität her andere Anime vllt. nicht unbedingt direkt mithalten können, war so der Grundstein gelegt für weiteres. Zur Zeit schaue ich mit ihm Shigatsu wa kimi no Uso: Sekunden in Moll, weil ich meinte, es gibt über alles einen Anime und er in die musikalische Richtung interessiert ist. Meine kleine Schwester (~6) bringe ich auch auf die Anime Schiene xD Angefangen mit Akagami no Shirayukihime, welchen sie genauso sehr liebt wie ich xD. Da sie ansonsten bis auf einige Disneyfilme auch nicht viel Fernsehen schauen darf, hab ich gute Möglichkeiten ihren Geschmack zu prägen, muhahahaha XDDD.
Abgerundet mit einen paar Klassikern aus dem Studio Ghibli, wie das Schloss im Himmel, wenn man mal mit allen zusammen etwas schaut, hat sich die Taktik meiner seits, bis jetzt, vollkommen ausgezahlt. Spätestens wenn man ein gewisses Sortiment an Anime kennt, findet man für jeden die richtigen Filme und Serien um sie zu “missionieren”. Bei ca. 80 Anime (vllt. mehr oder auch weniger, zähle erst seit einer Weile mit und mir können auch welche entfallen sein), war es für mich auf jeden Fall kein Problem. Voraussetzung ist dabei lediglich, dass die zu missionierende Person auch etwas offen ist, für ein bisschen was anderes, als das Gewohnte.

Zu dem Artikel: Coole Idee, hätte von mir sein können, macht weiter so! 🙂
An die Leser: Viel Glück, falls ihr das mal ausprobieren wollt ;P

Italo Beat Boy

Also, meine Mutter findet Animes scheiße. Ich hab schon einmal versucht, ihr einen Anime zu zeigen, aber… irgendwie ist das nach hinten losgegangen. Nur ein Anime hat ausgereicht und sie hatte die Schnauze schon voll.

Dabei hab ich ihr doch bloß Euphoria gezeigt….

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