© Netflix/Sanrio

Manchmal will man einfach mal vom ernsten Alltag abschalten und seinem völlig überladenen Hirn eine Pause gönnen. Und was hilft dabei besser als ein mindestens genauso hirnloser Comedy-Anime?

Anime gibt es wie Sand am Meer. Jedes Genre bietet eine schier unüberschaubere Anzahl an Serien, die einen Blick wert sind oder eben nicht. Auch das Comedy-Genre bildet hierbei keine Ausnahme und bewirft uns jede Season mit neuen Auswüchsen des sinnlosen Wahnsinns.

Wenn euch aber trotz der überwältigenden Masse der Sinn nach einem solchen Werk steht und ihr außerdem über ein Netflixabo verfügt, können wir an dieser Stelle ein klein wenig Abhilfe schaffen. Wir stellen euch drei Anime auf Netflix vor, die eure Lachmuskeln zum Zerreißen überstrapazieren werden.


Assassination Classroom

© 松井優征/集英社・アニメ「暗殺教室」製作委員会

Darum geht es in Assassination Classroom

Nagisa Shiota, Schüler der Klasse 3-E der Kunugigaoka Oberschule durchlebt einen eher ungewöhnlichen Schulalltag: Nicht nur liegt sein Klassenraum weit außerhalb des eigentlichen Schulgeländes, auch steht neben Mathe, Englisch, Kunst und Bio auch das Töten auf dem Stundenplan.

Denn sein Lehrer ist niemand geringeres als Koro-sensei, ein furchteinflößendes Tentakel-Monster, das vor gar nicht so langer Zeit den Mond zu einer Sichel formte und dasselbe Schicksal auch der Erde androht, sollte ihn nicht innerhalb eines Jahres jemand aufhalten.

So legen sich die Schüler des »Assassination Classrooms« mit vollem Einsatz ins Zeug, um ihrem Lehrer den Garaus zu machen, der ihnen aber trotz allem eine ruhige, schöne und lehrreiche Schulzeit zu gewähren versucht.

Das macht Assassination Classroom besonders

Was auf den ersten Blick wie total abgedrehter Nonesense wirkt, der nur darauf abzielt, dem Zuschauer möglichst viele Lacher zu entlocken, stellt sich relativ schnell als ziemlich tiefgehende Serie mit durchaus ernsten Themen heraus, die sogar für den einen oder anderen emotionalen Augenblick sorgen. Mit liebenswerten Charakteren, für die man sich trotz aller schlechten Aussichten ein Happy End wünscht, entwickelt sich die Geschichte um Koro-sensei und seine Schüler sehr schnell zu einem spannenden Drama, dessen Ausgang man gebannt entgegenfiebert.

Mit Assassination Classroom konnten das Studio Lerche (Radiant, Given) und Serienschöpfer Yuusei Matsui den perfekten Mix aus Action, Comedy und Drama erschaffen, der sich seit Serienstart im Jahr 2015 einer enormen Beliebtheit erfreut. Die hat sie aber nicht allein den guten Charakteren und der ebenso grandiosen Story zu verdanken, auch die liebevollen Characterdesigns und flüssigen Animationen können sich durchaus sehen lassen. Dazu noch ein Soundtrack, der jede Szene passend untermalt, und fertig ist ein Werk, das jeden Blick verdient.

Wer also auf gut geschriebene und liebenswerte Charaktere, Szenen, die euch vor lachen von den Stühlen reißen und dennoch emotionaler nicht sein könnten, und eine bis zum Schluss spannende Geschichte steht, ist bei Assassination Classroom definitiv an der richtigen Adresse.

Netflix stellt beide Staffeln der Serie mit deutschem und japanischem Dub mit deutschen Untertiteln zur Verfügung.


Aggretsuko

© Netflix/Sanrio

Darum geht es in Aggretsuko

Auch Tiere sind nur Menschen. Davon kann die 25 Jahre alte Pandadame Retsuko wortwörtlich ein Lied singen. Schikaniert von ihrem Chef, genervt von ihren Kollegen und erschlagen von mehr und mehr Arbeit findet der Dauersingle kein anderes Ventil, als sich bei einer gehörigen Portion Death-Metal-Karaoke die Seele aus dem Leib zu schreien.

Blöd nur, dass ihr immer mehr die Zeit dazu fehlt und ihr so nur noch die Bürotoilette bleibt, um ihren angestauten Frust nach draußen zu lassen. Und weil es sonst ja zu langweilig wäre, hat sie dabei natürlich auch immer ihre Kollegen im Nacken, die nicht den Hauch einer Ahnung von Retsukos geheimer Vorliebe haben. Ob das auch so bleibt?

Mit Aggretsuko erschuf Produzent Sanrio, der normalerweise für kuschelige Maskottchen wie Hello Kitty und My Melody bekannt ist, den perfekten Spiegel unseres langweiligen Alltagslebens. Nervige Kollegen, Chefs, die sich einfach nicht zufriedenstellen lassen, Partnersuche, die einfach immer in die Hose geht … Niemand von uns bleibt von diesen nervigen Problemen verschont. Und genau deshalb wirkt Aggretsuko auch so unglaublich gut.

Jeder von uns erkennt sich früher oder später in einem von Retsukos Problemen wieder und kann gar nicht anders, als sich erst mit ihr gemeinsam aufzuregen und dann über ihr ziemlich eigentümliches Ventil zu amüsieren. Denn sind wir doch mal ganz ehrlich: Wer von uns wäre je auf die Idee gekommen, das Büroklo fürs Death-Metal-Singen zu missbrauchen, um ein bisschen Dampf abzulassen?

Studio Fanworks’ (Hataraku Onii-san!, Hagane Orchestra) Tier-Comedy Aggretsuko ist vor allem eins: menschlich. Und eben genau weil sie uns Geschichten erzählt, in denen wir uns nur allzu gut wiedererkennen, trifft sie in Sachen Komik immer wieder ins Schwarze. Die Serie ist von einer solchen Absurdität geprägt, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann, und lebt jene Vorstellungen aus, deren Realisierung wir uns selbst im größten Frustmoment nie im Leben trauen würden. Dabei schadet es nicht, ab und an einfach mal fünf gerade sein und alles rauszulassen. Selbst wenn du ein Panda mit einer Vorliebe für Death Metal bist.

Auf Netflix stehen euch beide Staffeln der Eigenproduktion und das zugehörige Special Aggretsuko: We Wish You a Metal Christmas in deutscher und japanischer Vertonung mit deutschen Untertiteln zur Verfügung.


Gintama

© 空知英秋/集英社・テレビ東京・電通・BNP・アニプレックス

Darum geht es in Gintama

Die Alles-Agentur nimmt, wie der Name schon sagt, jeden noch so popeligen Auftrag an. Dass ihre Mitarbeiter dadurch in die eine oder andere ziemlich verfahrene oder von Merkwürdigkeit kaum zu übertreffende Situation geraten, steht dabei natürlich außer Frage.

So jagt das Dreiergespann beispielsweise einer riesigen Alien-Kakerlake hinterher oder sucht ganz in alter Detektiv-Conan-Manier den Verfasser eines Drohbriefs. Natürlich nicht, ohne dabei ordentlich Chaos anzurichten und auch gern mal die halbe Stadt in Schutt und Asche zu legen.

Und dann wäre da noch die mindestens genauso vertrottelte Polizeieinheit Shinsengumi, der die Alles-Agentur dank ihrer ständiger Eskalationen mehr als nur ein Dorn im Auge ist …

Das macht Gintama besonders

Als unbestrittener König der Parodie-Anime ist Gintama längst nicht mehr nur Shounen-Fans ein Begriff. Mit ihren schamlosen Hommagen und Humor jenseits der tiefsten Gürtellinie hat sich die Serie um den trotteligen, aber liebenswerten Samurai Gintoki und seine Alles-Agentur in den 15 Jahren ihrer Laufzeit eine treue Fangemeinde geschaffen.

Nichts ist Gintama heilig. So bekommen vor allem die großen Shounen-Klassiker und die Stars und Sternchen Japans regelmäßig ihr Fett weg, wodurch sich nicht nur sein Elternstudio Sunrise (Cowboy Bebop, Code Geass), sondern später auch die Studioabspaltung Bandai Namco Pictures die eine oder andere Rüge angefressener Rechteinhaber eingefangen hat.

Aber wer nun glaubt, ihn erwartet nichts als Jux und Dollerei, den müssen wir (leider nicht) enttäuschen. Wenn ihr auch nur ein wenig an der Oberfläche kratzt, werden ihr nämlich ziemlich schnell feststellen, dass weitaus mehr hinter den rettungslos verblödeten Charakteren und deren mindestens genauso dummen Witzen steckt. Denn so hirnlos und schwachsinnig die Comedy-Passagen sind, so ernst und tiefgründig zeigen sich die Story-Arcs und beweisen deutlich, dass die Geschichte und ihre Charaktere auch ganz anders können.

Genau wie Lizenzinhaber KSM stellt euch Netflix die ersten 49 Episoden der Serie mit deutschem und japanischem Dub und deutschen Untertiteln zur Verfügung. Ob wir jemals in den Genuss der fehlenden 371 Folgen kommen werden, steht aufgrund des mangelnden Erfolgs hierzulande leider in den Sternen.


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