© 米スタジオ・Boichi/集英社・Dr.STONE製作委員会

Kaum etwas stellt eine so große Monsteraufgabe für einen Autor dar wie die Erstellung einer großen, glaubhaften Welt für die eigene Geschichte. Dass es jedoch nicht unmöglich ist, zeigen wir euch heute anhand von drei bekannten Beispielen.

Es ist schon verhext. Kaum etwas ist so unscheinbar und doch so unglaublich wichtig für eine gute Geschichte wie die Welt, in der sie spielt. Je besser sie entworfen ist, desto beeindruckender und glaubwürdiger wirken die Dinge, die in ihr geschehen. Denn jetzt mal Hand aufs Herz: Wären Senkuus Fortschritte nur annähernd so interessant, wenn wir nicht wüssten, was genau von unserer einst so fortgeschrittenen Welt übrig geblieben ist, und würde es uns genauso schockieren, dass Tsukasa wahllos versteinerte Menschen zerstört, wenn wir gar nicht wüssten, welche Auswirkungen das auf den Wiederaufbau der Zivilisation haben könnte?

Dr. Stone ist bei Weitem nicht der einzige Anime, der uns in eine riesige unbekannte Welt eintauchen und zusammen mit seinen Charakteren immer neue Aspekte und Geheimnisse von ebendieser entdecken lässt. Schauen wir uns doch mal an, welche Serien dieses großartige World Building vorgemacht haben.


One Piece

©1999 Toei Animation Co., Ltd. ©Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation

Darum geht es in One Piece

Als der junge Pirat Monkey D. Ruffy sich in einem Fass auf ein Piratenschiff schleicht, hat er nur ein Ziel: Endlich seinen großen Traum zu verwirklichen und das sagenumwobene One Piece zu finden. Jenen Schatz, hinter dem die gesamte Piratenwelt her ist und von dem niemand weiß, worum genau es sich handelt.

Auf seinem Weg durch die überwältigend riesige Welt kann er durch seinen unerschütterlichen Mut und seinen Hang, niemals aufzugeben, mehr und mehr Kameraden für sich gewinnen. Zwar verfolgt jeder von ihnen sein eigenes Ziel, jedoch hindert sie das nicht daran, dem menschgewordenen Flummi bei der Erfüllung seines Traumes unter die Arme zu greifen.

So beginnt eine Reise voller Abenteuer und Gefahren, aber auch neuer Freunde und Kameraden, durch eine riesige Welt, die sich selbst Ruffy mit seiner viel zu großen Fantasie niemals hätte erträumen können.

Das macht One Piece besonders

Wenn es einen Anime gibt, der einem beim Thema World Building sofort in den Sinn kommt, dann ist es Eiichiro Odas Piraten-Epos One Piece, das sich seit seinem Manga-Start im Jahre 1997 allergrößter Beliebtheit erfreut und sich den Rang als bestverkaufte Mangaserie aller Zeiten sichern konnte. Dass das nicht nur an den kunterbunten, teils doch recht schrulligen Charakteren liegt, sondern auch an der großartigen Welt, die Oda-sensei geschaffen hat, ist längst kein Geheimnis mehr.

So reisen Ruffy und seine Freunde durch eine überwältigende Welt mit verschiedensten Inseln und Bewohnern, mit denen man so definitiv nicht gerechnet hätte. Oder hättet ihr beispielsweise gedacht, auf einer japanisch angehauchten Insel auf Dinosaurier zu treffen? Und wo sonst stolpert man über eine Insel, deren Aussehen einer bunten Kuchenplatte gleicht?

Klingt verrückt, ist aber einer der Gründe, weshalb sich One Piece so großer Popularität erfreut. Denn wo sonst kann ein Autor schon von sich behaupten, eine komplette Welt erschaffen zu haben, die riesiger und abwechslungsreicher nicht sein könnte. Eben genau, wie es sich für eine Geschichte, in der es um die Umsegelung und Entdeckung der großen weiten Welt geht, gehört.


Fullmetal Alchemist: Brotherhood

© 2009 Hiromu Arakawa/SQUARE ENIX.

Darum geht es in Fullmetal Alchemist: Brotherhood

»Wenn man etwas Neues erhalten will, muss man etwas von gleichem Wert hergeben. So lautet das alchemistische Prinzip des äquivalenten Tausches. «

Angetrieben von den Lehren aus den Büchern ihres Vaters versuchten die Brüder Edward und Alphonse Elric einst, ihrer viel zu früh verstorbenen Mutter neues Leben zu schenken. Dafür beschafften sie jeden Stoff, der sich im Körper eines Menschen befindet, und legten ihre gesamte Kraft in jene alchemistische Kunst, die diese gegen ihre lebendige Mutter eintauschen sollte. Ihr Experiment geht jedoch mächtig schief und während Edward einen Arm und ein Bein verliert, kostet es Alphonse seinen vollständigen Körper. Gerade so schafft es sein großer Bruder, Alphonses Seele an eine Rüstung zu binden und so zu verhindern, dass sie ebenfalls verschwindet.

Jahre später sind die beiden Brüder noch immer auf der verzweifelten Suche nach der Antwort, wo genau ihr Fehler lag und wie sie Alphonse seinen Körper zurückgeben können. Aus diesem Grund schließt sich Edward schließlich dem Militär an, in dem nicht nur allerhand Alchemisten agieren, sondern auch auf ebendiesem Feld forschen und ihm so endlich die langersehnten Antworten bringen könnten. Und tatsächlich scheint er mit dem sagenumwobenen Stein der Weisen einen winzigen Lichtstreif am Horizont erblicken zu dürfen.

So wird er mit gerade einmal zwölf Jahren zum jüngsten und winzigsten Staatsalchemisten der Geschichte und findet sich schon bald in einer von Lügen und Intrigen gepflasterten Welt wieder, die ihm immer wieder schmerzlich bewusst macht, dass nicht jeder ein anderes Leben zu schätzen weiß.

Das macht Fullmetal Alchemist: Brotherhood besonders

Auch die Abenteuer der Gebrüder Elric sollten dem geneigten Anime-Schauer längst ein Begriff sein, hat sich die Serie rund um den stählernen Alchemisten und seinen in einer Rüstung gefangenen Bruder einen mindestens genauso großen Namen gemacht wie One Piece und schon so einigen Neu-Anime-Fans den Weg in die Schau-Sucht geebnet.

Auch wenn man nicht so viel von der Serienwelt zu sehen bekommt wie bei Selbigem, muss man dennoch gestehen, dass die von Arakawa erschaffene Welt nicht minder beeindruckend ist. Vom mittelalterlich anmutenden Amestris, in dem das Abenteuer seinen Anfang findet, bis hin zum verschneiten Drachma, in dessen Fort Armstrongs Schwester auf Edward wartet, ist alles dabei. Aber nicht nur die Städte sind teils grundverschieden, sondern auch die in ihnen lebenden Menschen. Während die einen ein relativ modernes Leben führen, lassen sich die anderen von einem scharlatanischen Gottesanbeter ins Bockshorn jagen.

Im direkten Vergleich zu One Piece mit seiner übertrieben bunten Welt mag das vielleicht ein wenig langweilig klingen, jedoch sollte man sich nicht davon täuschen lassen und dennoch einen Blick in die wunderschöne und doch ziemlich tragische Welt riskieren, die Hiromu Arakawa mit der allseits beliebten Shounen-Fantasy Fullmetal Alchemist schaffen konnte.


From the New World

©Yuusuke Kishi/A-1 Pictures/Sentai Films

Darum geht es in From the New World

Tausend Jahre sind vergangen und die Zivilisation, die sich durch ganz bestimmte Einflüsse zurückentwickelt hat, hat sich in verschiedene kleine Gemeinschaften zurückgezogen, um dort ihrem normalen Leben nachzugehen. Ganz so normal sind sie allerdings nicht, haben sie in all der Zeit telekinetische Kräfte, Juryoku genannt, entwickelt, die durch das Fehlen des technischen Fortschritts ihre primäre Hilfs- und Energiequelle darstellen.

Nachdem besagte Kräfte auch endlich in Saki erwacht sind, steht sie ihren Freunden in nichts mehr nach und darf nun ebenfalls jene Schule besuchen, in der ihnen nicht nur der richtige Umgang mit ihren neu gewonnenen Fähigkeiten nähergebracht wird, sondern sie auch lernen, wie man sich angemessen in der Gesellschaft zu verhalten hat.

Schnell verfliegt Sakis anfänglicher Eifer und sie bemerkt, dass sich einige der Menschen in ihrem Umfeld äußerst merkwürdig verhalten. Als dann auch noch ein Teil ihrer Mitschüler verschwindet, begibt sie sich auf die Suche nach den Hintergründen ihrer doch eigentlich so friedlich erscheinenden Welt und der Antwort, was genau in den vergangenen tausend Jahren geschehen ist.

Das macht From the New World besonders

Dass unbekannt nicht automatisch schlecht bedeutet, ist im Fall von Yuusuke Kishis Fantasy-Drama mehr als nur zutreffend. Nicht nur handelt seine atemberaubende Geschichte von interessanten, tiefgründigen Charakteren, sie spielt außerdem in einer riesigen, wunderschönen Welt, die ihre Besucher mit großen Augen zurücklässt. Man tritt gemeinsam mit den Charakteren eine aufregende Entdeckungsreise an. Und genau das macht die Welt in From the New World so großartig.

Nicht nur wird haarklein erklärt, wie ihre Welt überhaupt ihren Anfang fand, man erfährt außerdem, was es mit all den merkwürdig vagen Regeln und Gesetzen auf sich hat, die in ihr herrschen. Das geht sogar so weit, dass sich selbst für den unscheinbarsten Schwachsinn eine mehr oder weniger plausible Erklärung zurechtgelegt wurde. Und welcher Autor tut sich so eine Sisyphosarbeit schon freiwillig an? Aber genau dieser Aufwand ist es, der die Welt, in der die Serie spielt, so lebendig und glaubhaft wirken lässt, dass sich, je näher man der Auflösung kommt, alles mehr und mehr zu einem riesigen Gesamtbild verbindet, das unaufhaltsam Lust auf mehr entfacht.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings, ist die Serie hierzulande leider (noch) nicht erhältlich. Aber wer weiß, vielleicht lässt sich ein hiesiger Publisher ja doch von der immer weiter anwachsenden Fangemeinde erweichen und auch uns bald in die fantastische Zukunftswelt From the New Worlds eintauchen.


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Jetzt seid ihr gefragt!

Welcher Anime hat eurer Meinung nach das beste World Building? Spielt eine große, glaubhafte Welt für euch eine wichtige Rolle oder könnt ihr auch damit leben, überhaupt nichts über die Lebensumstände der Charaktere zu wissen?

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Alassey

Shinsekai Yori ist wirklich zu Unrecht unbekannt. Sehr guter stimmungsvoller Anime!

Björn Fix

Made in Abyss find ich richtig cool
Ich hoffe der Rest des Mangas wird noch animiert

Scorpion1997

Ist One Piece nicht schon 1997 veröffentlicht worden? Der Anime wurde doch erst 1999 gestartet. Oder habe ich da falsche Infos?

Scorpion1997

Sehr gerne. Dachte nur ich hab mich da etwas falsch informiert xD.

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