© 幸村誠・講談社/ヴィンランド・サガ製作委員会

Mit Vinland Saga entführt uns das vor allem durch Attack on Titan bekannte und beliebte Studio WIT in die abenteuerliche Welt der Wikinger, deren Reisen ihnen ordentlich Lebenserfahrung eingebracht haben. Grund genug, uns ein paar Weisheiten der altehrwürdigen Seeräuber zu Herzen zu nehmen.

Dass Wikinger weit mehr waren als die blutrünstigen Tötungsmaschinen, als die sie gern einmal dargestellt werden, versucht Mangaka Makoto Yukimura uns mit seiner actiongeladenen Geschichte rund um den jungen Thorfinn und seinen erbitterten Kampf um Rache näherzubringen.

Dass solche Geschichten auch voll tiefgehender Zitate und Weisheiten stecken, hat nicht zuletzt WITs Hit-Anime Attack on Titan zur Genüge bewiesen. Zeit, nun auch einmal die Herzen der wilden Seeräuber danach abzugrasen und zu prüfen, ob nicht doch weitaus mehr in ihnen schlummert als die eiskalten Mörder, als die sie nur allzu gern dargestellt werden.

Aber Achtung: Die nachfolgende Auflistung enthält Spoiler für den Anime! Weiterlesen also auf eigene Gefahr!

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Obwohl wir uns nicht verstanden, konnten wir uns dennoch miteinander anfreunden.

– Leif Eriksson

Man muss nicht immer dieselbe Sprache sprechen, um sich verstehen zu können. Gerade in Zeiten, in denen wir immer öfter mit Zuwanderern aus fremdsprachigen Ländern konfrontiert werden und es uns schwerfällt, einander auszudrücken, könnte dieses Zitat des offenherzigen und gutmütigen Abenteurers Leif Eriksson aktueller nicht sein.
Freudig lächelnd geht er auf die Indianer zu, die er auf seinen Reisen ins Vinland getroffen hat, und sucht trotz aller Verständigungsschwierigkeiten mit offenen Armen ihre Freundschaft.

Er lehrt uns, dass wir selbst es sind, die jene schier unüberwindbar erscheinenden Mauern erbauen, und wir uns trotz aller Verständigungsschwierigkeiten einander annähern können – wenn wir es denn nur wollen.

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Ketten sind der einzige Halsschmuck, der einem Menschen steht.

– Halfdan

So bösartig die Worte jenes Sklavenherren auch sind, spiegeln sie doch wunderbar das zerstörerische Denken jener Menschen wider, die sich aufgrund ihrer Herkunft über anderen sehen. Für ihn haben die Menschen, die für ihn arbeiten, keinerlei Wert und nur ihm steht es zu, über ihr Schicksal zu urteilen. Nur durch diese Ketten kann er sie nach seinem Belieben formen. Umso wütender ist er, als sich einer seiner Sklaven von ebenjenen Ketten befreien und die Flucht antreten kann.

Für einen Menschen wie Halfdan, der es nicht anders gewohnt ist, mag dieser grausame Gedanke seine unumstößliche Richtigkeit haben. Doch inwieweit kann man sich auf Kameraden verlassen, die man in Ketten legen muss, damit sie einem ihren Dienst erweisen?

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Gesetze sind wie Ketten. Ein Ketzer kann nur durch die Schellen des Gesetzes in einen Menschen verwandelt werden.

– Halfdan

Es ist doch ein wenig überraschend, dass jemand, der sich selbst Sklaven hält und nicht davor zurückschreckt, jemanden zu töten, so großen Wert auf die Einhaltung der Gesetze seines Landes legt. Zeitgleich gibt Halfdan aber auch zu verstehen, dass zumindest seiner Ansicht nach ein Ketzer nur in einen Menschen verwandelt werden kann, indem man ihm durch Gesetze eine Kette um den Hals legt, die man im Zweifelsfall bis zur Strangulierung straffen kann. So sehr sie auch ein friedliches Miteinander bewahren, hindern sie ihren Träger doch gleichzeitig daran, seinen eigenen Weg zu gehen und Dinge auf seine Art und Weise anzugehen. Sich frei zu entfalten.

So lässt sich aus seinen Worten sehr leicht herauslesen, dass ein Mensch mit zu vielen Freiheiten dazu neigt, diese auch auszureizen und ihm dadurch entgleiten könnte. Nur durch gegebene Gesetze ist eine friedliche Koexistenz möglich und wer sich von ebendiesen Ketten losreißt, ist es nicht wert, als Mensch bezeichnet zu werden. Eben genau wie seine Sklaven.

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Es ist an der Zeit, die Verantwortung für meine Tat zu übernehmen.

– Thors

Früher oder später wird man von seiner Vergangenheit eingeholt. Man kann ihr niemals entkommen. Das muss auch Thors feststellen, als ihn 15 lange Jahre, nachdem er seinen Tod vorgetäuscht hat, um ein neues friedvolles Leben zu beginnen, ein Schiff seiner ehemaligen Kriegskameraden aufsucht und fordert, dass er und seine Leute mit ihnen in den Krieg ziehen.

Während alle anderen Feuer und Flamme sind, sieht sich der einst unerschütterliche Wikinger in die Vergangenheit zurückkatapultiert und sieht ein, dass er seinem Schicksal niemals hatte entkommen können. Dass man schlussendlich immer für seine Taten geradestehen und sich dem angerichteten Schaden stellen muss.

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Niemand hat Feinde. Es ist niemals in Ordnung, einen anderen Menschen zu verletzen.

– Thors

In Zeiten des Leids und des Krieges wird gern vergessen, dass wir alle nur Menschen sind und das Leben eines jeden von uns gleichermaßen Wert besitzt. Und genau das ist es, was Thors seinem von Wut getriebenen Sohn Thorfinn mit auf den Weg geben möchte. Wenngleich Menschen andere Ansichten haben als man selbst, sie Dinge tun, die den eigenen Wertvorstellungen widerstreben, haben sie es dennoch verdient, genauso behandelt zu werden, wie man es sich für sich selbst wünscht. Niemand verdient es, für eine andere Ansicht zu leiden oder gar zu sterben. Und auch wenn reden nicht immer hilft, so bringt es doch noch weniger, unnötig Blut zu vergießen und noch mehr sinnlosen Hass zu schüren.

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Ein wahrer Krieger braucht kein Schwert.

– Thors

Obwohl Thors selbst als legendärer und übermächtiger Krieger gilt und er in jenem Augenblick die Überhand über seinen Duellgegner gewinnen konnte, ist ihm doch bewusst, dass ein Schwert allein längst noch keinen Sieg bedeutet und es nicht die Waffe ist, die einen wahren Krieger ausmacht. Es gehört weit mehr zu einem Krieger als das Können an der Waffe oder unbändige Blutlust. Ein wahrer Krieger kann seinen Gegner auch ohne Waffen in die Knie zwingen, womöglich sogar ohne Blutvergießen.

In seinen Augen steht ihm diese Bezeichnung schlicht und ergreifend nicht zu. Er weiß selbst nur zu gut, dass er noch viel zu lernen hat, vor allem aber viel zu weich, ja beinahe schon ängstlich geworden ist, um diesem ehrfürchtigen Titel wirklich gerecht zu werden.

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Wenn du in der Schlacht Großes leistest, belohne ich dich mit einem Duell.

– Askeladd

Dieser unscheinbar wirkende Satz trägt für den jungen Thorfinn, der mit ansehen musste, wie sein über alles geliebter Vater eiskalt und mehr als nur hinterrücks hingerichtet wurde, nicht nur eine unbeschreiblich tiefe Bedeutung, sondern seinen gesamten Lebenswillen inne.

Jenes Versprechen aus dem Munde Askeladds, das er ihm nach einem gescheiterten Duell allein durch seinen unbändigen Willen entlocken kann, bildet den Anstoß seines erbitterten Kampfes, stärker zu werden, um Rache für den feigen Mord an seinem einstigen Helden und Vorbild nehmen zu können. Und wenn es ihn sein eigenes Leben kostet.

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Auf dem Schlachtfeld sterben die Schwächsten zuerst.

– Askeladd

Eine nett gemeinte Warnung, mit der der Anführer der Wikinger dem noch immer viel zu naiven Thorfinn die Augen über die Grausamkeit des Kampfes öffnen will, derer er sich in all seinem Hass und seinem Rachedurst noch gar nicht wirklich bewusst werden konnte. Erst als es beinahe zu spät ist, erkennt er, dass ein falscher Schritt das Ende seines Lebens bedeuten könnte.

Bis zu jenem Augenblick, in dem Thorfinn die blutige Realität einer Schlacht und die nackte Todesangst am eigenen Leibe zu spüren bekommt, glaubte er, ein klein wenig Training würde ausreichen und er wäre schon bald so stark wie sein verlorener Vater. Erst durch Askeladds Worte erkennt der junge Wikinger, dass er weitaus mehr braucht, um auch nur ansatzweise gegen seinen schier übermächtigen Gegner bestehen zu können.

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Mein Vater und meine Vorfahren sind niemals weggelaufen!

– Thorfinn

Kaum etwas zeigt die wunderbare kindliche Naivität schöner als Thorfinns Reaktion, als Leif ihm eröffnet, dass seine Vorfahren nach Island geflüchtet sind, um der Terrorherrschaft ihres ehemaligen Herrschers zu entkommen. Für den blauäugigen Jüngling sind die Männer aus den Erzählungen, denen er seit frühester Kindheit lauscht, unerschütterliche Helden, die sich von nichts und niemandem einschüchtern lassen. Und eines Tages möchte er einmal genauso stark und unbezwingbar sein.

Dass er daran festhalten möchte und absolut gar nichts auf ebenjene Rollenmodelle kommen lässt, ist also nur allzu verständlich. Wer lässt sich schon gern die Fehler und Schwächen seiner über alles geliebten Vorbilder vor Augen führen, wenn ihn doch nichts glücklicher macht und nichts stärker vorantreibt, als sich an sie und ihre Heldentaten zu klammern?

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In jenem Augenblick begann ich, mich vor der Schlacht zu fürchten.

– Thors

Als seine Tochter Ylva das Licht der Welt erblickt, ist Thors zuerst enttäuscht, dass ihm seine Frau keinen Erben geschenkt hat. Doch kaum sieht er, wie ernst es Helga mit ihrem Nachwuchs ist und wie sehr sie darauf besteht, dass er als ihr Vater ihr einen Namen gibt, lässt er seine Abwehr fallen und entwickelt doch noch ein ordentliches Maß an Vatergefühlen. Entsprechend beginnt er, sich vor dem Kampf und den damit verbundenen Risiken zu fürchten. Das Letzte, was er sich wünscht, ist in einer der blutigen Schlachten zu fallen und seine über alles geliebte Familie ganz allein in dieser grausamen, in Blut getränkten Welt zurückzulassen.

So wurde aus dem einst unerschütterlichen Krieger ein liebevoller, von Sorgen und Ängsten geplagter Vater, dem so viel am Wohle seiner Familie liegt, dass er sogar das höchste aller Kriegsverbrechen begeht und seinen Tod vortäuscht, um mit seiner Familie ein neues, friedvolles Leben zu beginnen, in dem sich keines ihrer Mitglieder darum sorgen muss, dass er eines Tages womöglich nicht mehr nach Hause zurückkehren könnte.

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Welches ist euer liebstes Zitat aus Vinland Saga? Findet ihr, die Serie ist dem Attack-on-Titan-Studio genauso sehr gelungen wie ihr berühmter Vorgänger?

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